Ich habe eine Zeit lang versucht, ohne SIM-Karte bzw. ohne Mobiltelefonnummer auszukommen, was allerdings mehrere Probleme hatte.
Selbst wenn Du damit einverstanden bist, dass man Dich nicht telefonisch erreichen kann, besteht immer noch das Problem, was Du in bspw. einem Abschnitt eines Landes oder im Ausland machst, wo kein WiFi momentan Dir zur Verfügung steht. Zumindest das “Backup” von mobile Daten zu haben, ist sehr angenehm.
Wenn ich mich richtig erinnere, hat der KuketzBlog im Sommer letzten Jahres eine Artikelreihe begonnen zur möglichst datenärmeren bzw. gar anonymen Nutzung einer Mobilfunknummer in Deutschland: https://www.kuketz-blog.de/einleitung-und-tipps-wegwerfnummern-teil-1/
Die einzige Möglichkeit, die mir eine gute Zwischenlösung schien und ich persönlich auch probiert habe, war, eine eSIM eines Anbieters aus Singapur zu kaufen, die via Bitcoin bezahlt werden kann. Bitcoin kannst Du wiederum häufig bis zu einer gewissen Grenze bar an gewissen Bitcoin-ATMs erwerben. Hieraufhin kannst Du sparsam diese “anonymeren” mobilen Daten der eSIM unterwegs nutzen, aber ebenso eine weitere eSIM in GrapheneOS hinterlegen, die allerdings deaktiviert ist. Die letztere, echte Mobilfunknummer kannst Du auf Nachrichten und Anrufe (un?)regelmäßig an deiner Meldeadresse prüfen, die zum Erwerb der Mobilfunknummer ohnehin angegeben werden muss.
Ob eine eSIM “sicherer” ist als eine echte SIM kann ich leider nicht sagen. Zumindest kann niemand nach einem Diebstahl oder der Beschlagnahmung des Mobiltelefons die SIM-Karte entfernen und auslesen. Ob allerdings eSIM-Daten ebenso in GrapheneOS vor Auslesung geschützt sind, übersteigt mein technisches Wissen.
Der offensichtliche Nachteil dieses Ansatzes, ist, dass er zeitlich und finanziell deutlich aufwendiger ist, als der herkömmliche Ansatz. Bitcoin ATMs verlangen meist hohe prozentuale Abschläge, man möchte logischerweise die eSIM des Anbieters aus Singapur möglichst häufig wechseln, doch auch dieser benötigt eine gewissen Grundsumme, bevor eine Bitcoin-Transaktion überhaupt erst angenommen wird. Letzteres war, sofern ich mich richtig erinnere, ein wenig mehr als 20€, was wiederum meist eine drei-monatige Verpflichtung der eSIM beinhaltete.
Um ehrlich zu sein habe ich diesen Ansatz aufgegeben. Nicht allerdings, weil der Aufwand es mir nicht wert war, sondern, weil es finanziell nicht unherheblich war und, dem Bitcoin geschuldet, volatil ist.