Ich weiß, die Meinungen zum Thema Sicherheit von Linux als OS gehen auseinander. Was ratet Ihr den 0815-Standardanwendern wie Omi und Opi, die sich NICHT mit dem IT oder Härtung des Systems auskennen/beschäftigen wollen und trotzdem bspw. Banking online machen wollen? Docj lieber WIndows oder Linux bzw. welches dann? Und macht es Sinn/hat es einen Vorteil, fürs Banking einen Livestick mit einem Linux-OS zu verwenden?
Edit:
- ChromebookOS [Edit Ende]
- Windows
Oder GrapheneOS, wenn auch mobil möglich. Sehr viel Sicherheit, guten Datenschutz ohne viel Basteleien.
EDIT: Der dritte Satz bezog sich natürlich auf den zweiten ‚GrapheneOS‘, nicht auf den ersten (Windows).
Linux.
Meine Mutter hatte einen Laptop mit Windows 7. Die Bank sagte ihr, sie müsse auf Windows 10 updaten, dies endete in einem Bluescreen.
Ich hatte ihr damals Mint aufgespielt und sie hat mit dem Laptop noch ihr Onlinebanking, ihren Mailverkehr mit einem bisschen Office bis zu ihrem Lebensende gemacht. Sie war froh, wie schnell der Laptop geworden war.
Du schriebst oben „Omi und Opi“, meine Mutter war zum Zeitpunkt des Umstiegs auf Mint hoch in den 80’gern, ich meine 87 oder 88 Jahre alt.
Ich meine sogar, dass Linux für solche alten Menschen einfacher wie der Virus aus Redmond ist.
iPad
Mit was sind sie denn vertraut und wärst du bereit Support bereitzustellen?
Unnötig kompliziert. Phishing-resistentes 2FA (PushTAN, ChipTAN) verwenden und jede Transaktion dort gewissenhaft prüfen.
Der Fokus Deiner Anfrage ist die Sicherheit der Banktransaktionen ohne tiefere Kenntnisse des Benutzers bei der Einrichtung, Absicherung und Pflege des Systems?
Dann würde ich ein Gerät mit Smartphone-Betriebssystem und langem Update Support wählen, was nahe an der erwarteten Standard-Betriebsweise in der Fläche ist um Funktionsprobleme gering zu halten.
Die Smartphone-Betriebssysteme Android / Apple iOS bieten wegen der zusätzlichen Sicherheitsschichten der Systeme
- Sandboxing / Jailing zur Trennung unterschiedlicher Anwendung voneinander
- Verpflichtende Code-Signaturprüfung vor Ausführung
- Einfache Prozesse für das Update von Anwendungen und Betriebssystem
ein Konzept was konzeptionell ein höheres Sicherheitsniveau vor allen auch vor Fehlbedienungen der Anwender.
Ein klassisches PC-Betriebssystem bietet mehr Freiheiten des Benutzers durch den gemeinsamen Datenraum von Anwendungen aber deshalb auch mehr Möglichkeiten wo Schadsoftware, Angriffe ansetzen und Fehlbedienungen geschehen können.
Ich persönlich würde unbedarften Anwendern deshalb ein iPad als Gerät für das Online Banking empfehlen.
Ja ich schließe mich hier auch an. Ein ipad der 11. Generation reicht aus, ist nicht so teuer, relativ leicht zu verstehen und sicher genug
Ich würde eher zu einem GrapheneOS-Gerät tendieren. Aber auch iPad ist eine gute Idee. Und alles mit aktuellem Android und iOS ist besser als Windows, MacOS, Linux.
Danke Euch. Ipad/Tablet und Handy sind halt wegen Touchscreen und umständlicherer Anwendung nicht so gut geeignet, auch wenn ich weiß, dass Android sicherer ist…
Die Nutzung einer Bildschirmtastatur eines Tablets kann ich mir durchaus als Hürde vorstellen. Die Bildschirmdarstellung verändert sich relevant beim Einblenden der Tastatur, was durchaus verwirrend sein kann. Mit der Kombination iPad mit Tastaturcase kommen ältere Personen meiner Familie jedoch intuitiv recht gut zurecht. Es hängt vermutlich davon ab, was man gewohnt ist und ob man mit den Einschränkungen des „Eine Anwendung zu einer Zeit Konzepts“ der Smartphone-Betriebssysteme zurecht kommt. Für viele Personen ist das Weniger hier häufig eher von Vorteil.
Aber wenn Du ein PC Betriebssystem als für die angedachten Benutzer geeigneter ansiehst, ist aus meiner Sicht für die Sicherheit vor allem eine sichere Einrichtung und danach eine sichere und möglichst automatisierte Pflege des Systems wichtig. Auch der Einsatz einer speziellen Banking Anwendungen anstatt der Banking-Website im universellen Browser kann Phishing vorbeugen.
Ein Linux-System, bei dem man seine Software aus einer zentralen Quelle anstatt von einer Vielzahl an einzelnen Webseiten zusammensucht, kann hier für die Sicherheit sinnvoller sein als weiterentwickelte, technische Sicherheitsfunktionen eines aktuellen Windows Systems. Die Softwareinstallation über die Identifikation vertrauenswürdiger Quellen im Internet und danach die Unterscheidung einer Vielzahl von wünschenswerten Update-Prozessen vs. einem Versuch Admin-Rechte bei einem Angriff zu erschleichen, stellt meiner Einschätzung nach für nicht versierte Anwender ein hohes Fehlerpotential und damit Risiko für die Sicherheit des Systems dar.
Sowohl meine Frau als auch meine inzwischen 86-jährige Mutter verwenden seit Jahren Linux Mint, und kommen damit sehr gut zurecht. Automatische Updates (inkl. Upgrades), sehr moderate Hardware (die würde Windows 11 sicher nicht ausreichen), einfache Bedienung.
Schöne Sache!
Hast Du die beiden Damen speziell geschult? Oder musst Du viel „Support“ leisten? Oder läuft es einfach?
Ich frage aus folgender Motivation heraus: wenn jemand sagt, IT (Computer) sei nicht sein Ding, dann habe ich dafür Verständnis und akzeptiere das. Vielleicht ist die Person ein guter Koch oder gutes Personal in der Kinder- oder Altenpflege… — Aber wenn es Geheul gibt, weil von Microsoft Windows auf Linux umgestellt wird (oder werden soll) oder von Microsoft Office auf LibreOffice, dann kann ich das meist nicht nachvollziehen. Dann frage ich mich ernsthaft, wie unflexible diese Menschen ansonsten in ihrem Denken sind…?! (Dass bei der Umstellung vom Microsoft Ökosystem hin zu einem Linux Ökosystem vieles zu beachten ist, und es z.B. das Problem von spezifischen Fachanwendungen gibt, ist unbestritten. Aber ob ein Desktop oder Anwendungsmenü nun etwas anders ausschaut…? Papierformulare in anderen Firmen/Kommunen/Ländern sehen auch anders aus oder ändern sich über die Zeit! „Geheule“ im Sinne von ernsthaften Beschwerden kann ich i.d.R. nicht nachvollziehen.)
Meine Frau hat durch die Verwendung beider Betriebssysteme (Linux zu Hause, Windows im Büro) genug Überblick, um oftmals Kolleginnen im Büro bei auftretenden Problemen unterstützen zu können, da sie nicht nur stur einen Weg verfolgt, den sie gelernt hat.
Meine 86-jährige Mutter benötigt sehr wohl öfter mal Support, aber das liegt eher daran, dass sie den Computer nicht täglich verwendet und vergisst, wie manche Dinge funktionieren. Das hat aber nichts mit dem Betriebssystem an sich zu tun, sondern wäre mit Windows genauso der Fall. Mehr Support fällt hier beim Smartphone an …
Jepp, ich habe zwei Rentner Ehepärchen mit Debian Stable ausgestattet und sie sind Mega zufrieden damit. Als Antwort kam “Warum haben wir das nicht schon vorher gemacht”.
Also mein Vater ist Mitte 70 und hat keine Ahnung von Technik. Ich habe ihm Windows 10 entfernt und anfangs Pop!OS installiert, den Unterschied hat er fast nicht bemerkt. Jetzt läuft TuxOS drauf, auch da kommt er wunderbar klar. Ohne sudo-Rechte kann auch kaum was passieren und die Updates kommen von allein. Keine Ahnung, warum einige sagen, das wäre unsicher.
Den einzigen Vorteil bezüglich Sicherheit den Linux hat, ist das weniger Schadcode für Linux geschrieben wird als für Windows.
Es ist doch wie beim Smartphone…Android mit Root ist ja nicht sicherer aber es eröffnet mehr/andere Möglichkeiten die aber immer dann zum Verhängnis werden wenn sich der Root-Nutzer nicht auskennt
Ich finde, dass das ein durchaus beträchtlicher Vorteil ist und wie gesagt, ohne Root kann dort meines Erachtens auch nicht viel passieren.
Malware muss nicht als root-Nutzer laufen um großen Schaden anzurichten.
Ich will keineswegs die Gefahren unbedachter Nutzung jeglicher Betriebssysteme verharmlosen. Wenn ich mich allerdings auf die Alltagsnutzung konzentriere und nicht zu sehr “vom Weg abweiche”, sehe ich kein Problem mit der Nutzung von Linux, das wollte ich sagen.
Bei einem Linux-System wo die (unbedarften) Anwender keine Admin-Berechtigungen haben, sind die Auswirkungen von Fehlern oder Angriffen auf die Integrität des Systems selbst vermutlich gering.
Die Auswirkungen auf die Benutzer-Einstellungen und Benutzer-Daten sind jedoch bei einem klassischen PC-Betriebssystem weitestgehend unverändert.
Ein System welches Anwendungen primär auf ihre eigenen Daten einschränkt, wie es z. B. Smartphone Betriebssysteme mit ihrer Sandbox / ihrem Jail machen, ist dann einfach noch eine zusätzliche Sicherheitsebene die die Auswirkung erfolgreicher Angriffe limitiert.
Aber für ein klassisches PC-Betriebssystem ist der Ansatz den Anwendern keine Admin-Rechte und -Pflichten zu geben schon gut.
Als einfacher User unter Linux kann ich am System nichts ändern. Das ist sicher gut so.
Aber meine Daten liegen in Bereichen, wo ich volle Lese- und Schreibrechte habe und mir sind meine Daten tausendmal wertvoller als mein System.
Da liegt dann aber einfach einer der Vorteile für Linux die geringe Verbreitung. Ich habe mal gelesen, es gäbe für Linux (Desktop) 50 Viren, die man natürlich auch noch einmal auf die verschiedenen Distributionen aufteilen muss. Die Anzahl der Viren unter Windows beläuft sich irgendwo im sechsstelligen Bereich.
Debian und Mint haben vielleicht kein Sandboxing. Ich kenne aber auf der anderen Seiten keinen einzigen Fall, bei dem ein Mint oder Debianrechner aus dem Internet übernommen wurde, wie man es von Windows immer mal wieder hört.