Er kann die Dateianhänge von Tuta herunterladen oder auch die E-Mail selbst als .eml Datei exportieren oder drucken (z. B. auf Papier oder durch das Betriebssystem in ein PDF).
Da der Zugriff auf die Tuta-Oberfläche mit https:// erfolgen, gibt es grundsätzlich eine Transport-Verschlüsselung der Übertragung zwischen Tuta und dem Webbrowser des Empfängers. Es kann also erst einmal niemand in die Übertragung hineinschauen.
Ich vermute dieses gilt auch für Google selbst wenn der Dienstleister den Chrome Browser einsetzt. Ich bin mit den Google Produkten jedoch nicht vertraut, ob es hier wieder eine Komponente geben kann, die zur Abbildung Ihrer Funktion entweder
- alle Inhalte am Webbrowser mitliest und an Google übermittelt oder
- ob es ggf. auch Lösungen gibt, bei denen der gesamten Netzwerkverkehr über einen Google-Proxy geführt wird, der die https:// Verschlüsselung terminiert. (Manche Firmen machen so etwas um übertragene Inhalte durch einen Malware-Scanner schleusen zu können.)
Aber am Ende kommst Du ja eh wieder bei dem Aspekt heraus, dass wenn der Dienstleister die übertragenen Dateien in der Google Cloud speichert, Google doch wieder an die Dateien herankommt.
Um es auf den Punkt zu bringen:
Eine Verschlüsselung setzt immer voraus, dass beide Enden der Verschlüsselung keine Lösungen/Verfahren einsetzen, die die Vertraulichkeit der übertragenen Inhalte nach der Verschlüsselung untergraben.
Da der eine Kommunikationspartner (Absender) nicht weiß, wie der andere Kommunikationspartner (Empfänger) arbeitet, ist es unmöglich eine wirkliche Aussage über die potentiellen Risiken für die übermittelten Daten zu treffen. Dieses ist auch unabhängig davon auf welcher Ebene man Verschlüsselung einsetzt (Ende-zu-Ende-Verschlüsselung, Transport-Verschlüsselung zwischen Mailprovidern).
Dieses ist explizit kein Plädoyer dafür auf Verschlüsselung zu verzichten. Ich möchte nur klar stellen, dass eine Verschlüsselung der Kommunikation nicht den Verlusts von Vertraulichkeit der Übertragenen Inhalte wirklich lösen, sondern nur auf eine Teilstrecke für Vertraulichkeit sorgen kann.
Es läuft immer auf die Bewertung der Vertrauenswürdigkeit des Kommunikationspartners heraus, dass dieser mit Deinen Daten vertraulich umgeht. Das war schon immer so, schließlich konnte auch in der analogen Zeit der Kommunikationspartner Deine Inhalte weitererzählen, zeigen oder auch kopieren. In der digitalen Zeit ist jedoch das Missbrauchpotential massiv durch die zentralisierte Speicherung und die automatisierte Auswertung stark erhöht worden.