Ursprünglich veröffentlicht: https://www.kuketz-blog.de/android-entwickler-verifizierung-weniger-offenheit-mehr-kontrolle/
1. Entwickler-Verifizierung Google führt eine Entwickler-Verifizierung für Android ein. Ab 2026 sollen auf zertifizierten Android-Geräten nur noch Apps installiert werden, die einem verifizierten Entwicklerkonto zugeordnet sind – gleichgültig, ob die App aus dem Play Store kommt, aus einem Dritt-Store stammt oder als APK direkt installiert wird. Die Durchsetzung startet in ausgewählten Ländern (Brasilien, Indonesien, Singapur und Thailand) und wird anschließend ausgeweitet. Installationen über ADB sind weiterhin möglich und nicht an die Verifizierung gebunden. Für normale Nutzer ist das jedoch keine alltagstaugliche Option. Im Folgenden beleuchten wir, was diese Änderung konkret bedeutet – sowohl für Entwickler, die ihre Apps künftig nur…
Ich habe mittlerweile bei zwei Apps, die ich über F-Droid insatlliert habe (SherpaTTS und - ich glaube - Cirrus; beide sind vom gleichen Entwickler) den Hinweis auf diese neue Anforderung seitens G angezeigt bekommen (allerdings auf Deutsch):
Google has announced that, starting in 2026/2027, all apps on certified Android devices
will require the developer to submit personal identity details directly to Google.
Since the developers of this app do not agree to this requirement, this app will no longer
work on certified Android devices after that time.
Quelle: https://github.com/woheller69/ttsEngine
Wurde auch schon im Thema Keine freie/anonyme Entwicklung von Android-Apps mehr? diskutiert. @Greta hat dort einen Screenshot mit diesem Hinweis gepostet (08. Sep).
Unschöne Entwicklung… ![]()
Ich nutze GrapheneOS auf einem Pixel 6a. Immerhin gut zu erfahren, dass es da erstmal keine Hürden bezüglich Installation bzw. Update geben wird.
Zwei Fragen stellen sich mir aber schon noch:
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Entscheiden natürlich die Entwickler selbst: Wieviele Entwickler werden die Arbeit an ihren Apps einstellen, weil sie sich nicht auf die Bedingungen von G einlassen wollen und - so vermute ich - deswegen ihre Apps nicht mehr über den G Play Store anbieten können?
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Im Beitrag ist viel von F-Droid die Rede. Was ist mit den Apps, die man über Aurora aus dem G Play Store installiert hat? Könnte es da Probleme geben? In meinem Fall sind das „DB Navigator“ und „AccuBattery“.
Bin gespannt, wie das F-Droid-Team reagieren wird… ![]()
Werden App-Entwickler die Anwendungen bauen die Google in seinem PlayStore nicht zulässt, eine Zertifizierung bekommen?
Ich sehe hier ein Nadelöhr um unerwünschte Dinge loszuwerden und die Vorgabe der EU zu torpedieren Drittanbieter-Stores zuzulassen und das Monopol aufzubrechen.
Das kann man als EU nicht zulassen.
Die Überprüfung wird auf dem Endgerät stattfinden. Wahrscheinlich bekommen zertifizierte Geräte irgendwann ein Playservice Update. Dieses Update wird dann einen Prüfmechanismus beinhalten mit dessen Hilfe zu installierende Apps gegengecheckt werden. Eine nicht zertifizierte App wird man dann nicht auf einen zertifizierten Endgerät installieren können.
Der geneigte Leser wird nun schnell verstehen das Nutzer von Customroms und Co kein zertifiziertes Endgerät nutzen und somit auch nicht die internen Prüfverfahren.
Auch auf zertifizierten Endgeräten wird man über Umwege weiterhin nicht zertifizierte Apps installieren können. Das was da passiert ist unschön aber erst mal für “uns” nicht wirklich interessant.
Alle die die ein normales Endgerät nutzen und nicht mit Googles Machenschaften einverstanden sind, sollten sich beschweren und eventuell Konsequenzen ziehen
Meine Vermutung ist, dass adb weiterhin genutzt werden kann, um Apps zu installieren, und es dann eine App gibt (wie Shizuku) die man einmal z.B. per Desktop und Kabel installiert und dann als “adb-Installer” nutzen kann.
Heißt natürlich auch, dass Google das genau so schnell “fixen” kann. ![]()
Genau Google hat schon geschrieben das weiterhin per ADB installiert werden kann und das auch so gewollt ist..
Ich befürchte, dass alternative App-Portale „den Bach runtergehen“. Dazu ist die Gemeinschaft, die weltweit alternative Android-ROMS benutzt, leider zu klein. Wer von den „normalen“ Smartphone-Nuterinnen und -nutzer setzt denn auf alternative Quellen wie F-Droid? Da wird alles aus dem Playstore gezogen und gut ist. Was interessiert die eine Alternative? Meiner Meinung nach ist das nur eine Schikane von Google, damit alle Menschen, die Alternativen benutzen, um Google keine Daten zu vermachen, den sprichwörtlichen Tritt vors Schienbein bekommen.
Gibt es denn so viele Nutzer von original Googlegeräten (also die mit original Software drauf) die alternative Appstores nutzen? In meiner Vorstellung nutzt doch jeder der ein offizielles Google Gerät hat auch den Playstore für die Apps
Ich habe aber die Befürchtung, dass anderer Hersteller nachziehen und dann auch Apps auf Samsung, Sony whatever betroffen sind.
Die EU hat grade frisch Alternative Appstores erzwungen, die Freiheit wird hier torpediert.
Ja das galt für iOS Geräte
Das freie Installieren wurde erzwungen, ja, aber meines Wissens nach nur die Möglichkeit dazu.
Die Umsetzung ist zumindest bei Apple katastrophal, und Google wird so vermutlich auch durchkommen.
Ich würd das nicht vorschnell begraben.
Es gibt in der EU auch Fälle wo nicht nur das geschriebene Wort im Gesetzestext gilt, sondern auch der Geist, die Absicht dahinter die verletzt werden kann.
Man müsste den zuständigen Ausschuss mal um Stellungnahme bitten.
Also um es noch einmal hervorzuheben… bis jetzt ist diese Einschränkung nur außerhalb der EU umgesetzt bzw geplant. Es steht auch bei Google nur das ab 2027 weitere Länder folgen, nicht aber welche. Ich gehe zur Zeit davon aus das das was Google plant bei uns gar nicht umsetzbar ist…. ?!
Wieso sollte es nicht umsetzbar sein? Wenn Apple mit einem etwas noch restriktiveren Model konform zum DMA ist, gilt das für Google auch.
Dabei ist das Vorgehen geschickt: Durch das ausrollen auf einigen (weniger wichtigen) Märkten zeigt Google, dass sie es ernst meinen, und zwingen Entwickler so zum Handeln. Handeln Entwickler, kann Google diese Idee umso schneller auf den bedeutenden Märkten umsetzen.
Am Ende ist es einfach wieder so eine Maßnahme, die nichts bringt, aber Entwickler und Anwender zermürbt. Einer meiner ersten intuitiven Gedanken war, dass ich zu Apple zurückkehre, wenn App-Installationen komplizierter werden.
Gelegentlich ist zu diesem Thema zu lesen, google werde schon wieder zurückrudern.
Nein, das werden sie nicht! Sie führen fort, was sie bereits 2023 für Entwickler, die die play-Konsole zur Veröffentlichung ihrer apps benutzen, angekündigt hatten: die Verifizierung der Entwickler.
Im letzten Jahr machte google dann Ernst und verlangte eine Kreditkartenverbindung und eine Kopie des Personalausweises – ungeschwärzt. Wenn man in einer Suchmaschine „Land Nrw Personalausweis Schwärzung“ eingibt, findet man einen link zum Bundesministerium des Inneren, wo beschrieben wird, wer eine ungeschwärzte Kopie des Ausweises verlangen darf. Ob google nach dem „neuen Geldwäschegesetz“ dazu gar verpflichtet ist, wage ich zu bezweifeln.
Ergebnis: ich bin der Forderung nicht nachgekommen, mein account wurde gesperrt und die app (kein kommerzieller Hintergrund) ist im playstore nicht mehr verfügbar.
Sideloading wird künftig auch nur dann funktionieren, wenn der Entwickler der app bei google verifiziert wurde.
Google kündigt Änderungen am System, die Eingriffe in den Quellcode notwendig machen, mindestens ein Jahr im Voraus an. Wenn es dann soweit ist, geben sie mittels optout vielleicht auch noch einmal ein Jahr Gnadenfrist. Aber dann wird es wirklich durchgesetzt!
Und ich fürchte, sie werden das hier genauso durchziehen.
October 2025: Early access begins. Invitations will be sent out gradually.
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March 2026: Verification opens for all developers.
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September 2026: These requirements go into effect in Brazil, Indonesia, Singapore, and Thailand. At this point, any app installed on a certified Android device in these regions must be registered by a verified developer.
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2027 and beyond: We will continue to roll out these requirements globally.
Ja, wir warten es mal ab…
Mittlerweile liegt ein Statement von F-Droid vor:
https://f-droid.org/de/2025/09/22/google-developer-verification-policy-and-the-dma.html
Darin werden die Änderungen im Kontext des Digital Markets Act der EU (DMA) betrachtet.
Hallo,
bis zum Detail habe ich es noch nicht verstanden. Entsteht das Problem, weil Google entscheidet, wer signierte Apps bauen darf und wer eben nicht?
Weil wenn das so ist, wieso sind dann alternative Appstores unmöglich? Es würde ja nicht an den Appstores sondern an den Apps selbst hängen.
Oder rührt das Problem eher daher, dass das Build-Konzept von F-Droid auf Quelloffenheit liegt und das Signieren damit erschwert ist?
Also jetzt mal unabhängig von der Frage, was Google das angeht, wer hinter welcher App steht und ob das tatsächlich die Sicherheit erhöht, aber wo im Detail liegt die technisch/organisierte Hürde?
Wenn ich es mal verstanden habe, was könnte man denn machen, um gegen dieses Vorgehen vorzugehen?
Grüße
McM
Zertifizierte Geräte sind solche mit Google Play Services. Diese haben alle Rechte auf dem Gerät und können diesbezüglich nicht beschränkt werden. Diese Services werden ab den genannten Zeitpunkten die Installation der nichtzertifizierten Apps unterbinden.
Man kann dagegen vorgehen, in dem man wie bereits heute einfach ein nichtzertifiziertes Gerät verwendet.
Das „einfach“ im letzten Satz wird allerdings in einem parallelen Prozess erschwert und perspektivisch nicht mehr möglich sein.
Dies läßt sich nur durch Regulierung verhindern. Die Regulierungsinstanzen sind aber sehr wahrscheinlich neben den Geschäftsinteressen der Anbieter der eigentliche Treiber der Entwicklung. Die Identifizierung der Anbieter der Anwendungen ist ja nur ein Teil dieser.
Es wird also auf zertifizierten Geräten und mit kommerziellen und institutionellen Anwendungen kein Entkommen geben. Auch nicht für den Anwender. Dies läuft ja über die Kindschiene parallel.