Chatkontrolle - EU plant anlasslose Durchleuchtung sämtlicher Kommunikation, Altersverifizierung, Netzsperren und mehr

Das Meiste ist nur politisch zu lösen, weil der Staat immer genug Ressourcen hat oder sich holt, um Maßnahmen zum Einbrechen in vorhandene System zu entwickeln. Eine der Maßnahmen ist natürlich auch mediale Propaganda und nicht nur die Einbruchswerkzeuge selbst.
Daher ist die traurige Ironie hier im Kuketzforum, dass man hauptsächlich Lösungen für eine sehr kleine Gruppe von „Nerds“ diskutiert, aber wenn es zu politisch wird, wird hier sofort gelöscht, außer bei manchen rein digitalpolitischen Themen.
Ich verstehe zwar die Argumente, die dafür angeführt werden, aber das ganze Leben ist Politik, wenn man ehrlich ist. Und wirklich nur das zuzulassen, was rein als Digitalpolitik gesehen werden kann und auf keine andere Art, ist als ob man als Arzt nur an Symptomen herumdoktort, anstatt das eigentliche Problem anzugehen.

Aber wie ich hier schon sehr oft bemerkt habe, ist die Aussenwahrnehmung für Mike wohl wichtiger als alles andere. Da werden dann sogar Thread-Überschriften wie bei meinem Thread frisiert, nicht weil es für das Verständnis irgendeinen Vorteil bringt, sondern damit es etwas „kultivierter“ aussieht.

Das CDU Partei-Propagandaorgan hat das ganze auch verbogen geframed:

https://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/eu-parlament-ebnet-weg-fuer-freiwillige-chatkontrolle-201013880.html

Da wird nicht das Bespitzeln der Bürger durch ausländische Kommerzunternehmen ausgesprochen, sondern:

wodurch eine rechtliche Lücke in der Strafverfolgung bis auf Weiteres bestehen bleibt.

Und das demokratiefeindliche Vorgehen der EVP wird geframed als:

Dies führte schon im Plenum zu Verwirrung, die sich anschließend in fehlerhaften Stellungnahmen niederschlug.

Statt: https://borncity.com/blog/2026/07/08/donnerstag-wird-im-eu-parlament-ueber-chatkontrolle-abgestimmt/

Mit der Abstimmung am Donnerstag, den 9. Juli 2026, wird das massenhafte Durchleuchten privater Chats rechtlich durchgesetzt. Das ist zwar faktisch genau so inakzeptabel wie das Öffnen aller Briefe aller Bürgerinnen und Bürger (das war im Dritten Reich bei den Nazis und in der DDR bei der Stasi Praxis, ist aber ein Deutschland gemäß Briefgeheimnis vom Gesetz ausgeschlossen).

Der Dringlichkeitsantrag wurde am 7. Juli 2026 mit einer knappen Mehrheit von 331 Stimmen (meist von der EVP) zu 304 Gegenstimmen, bei 11 Enthaltungen, angenommen. Am Donnerstag, den 9. Juli 2026 findet dann eine dritte Abstimmung des EU-Parlaments über die anlasslose Chatkontrolle statt. In dieser Abstimmung müssten dreiviertel der Abgeordneten des EU-Parlaments gegen die Verlängerung der Verordnung zur Chatkontrolle stimmen – etwas, was unmöglich scheint. Damit hat die Präsidentin des EU-Parlaments mit fragwürdigen Tricks wohl die Chatkontrolle durchgebracht.

Man kann sich dann auf der Zunge zergehen lassen:

Und Martin Sonneborn, EU-Abgeordneter, der gegen die Verlängerung der Chatkontrolle gekämpft hat, postete hier Fotos einer US-Reise und schrieb: „Falls sich jemand fragt, wie Parlamentspräsidentin Metsola auf die fixe Idee gekommen sein könnte, die Chatkontrolle für heute, 12 Uhr, (rechtswidrig) noch einmal auf die Tagesordnung zu setzen – hier ein paar Schnappschüsse von ihrer Kalifornienreise Ende Mai. Im Bild: US-Tech-Bros Zuckerberg, Tüp von Google, Tim Cook, Roberta Metaxa“.

Enjoy (https://cdn.xcancel.com/pic/orig/CE999F84071F3/media%2FHMxaMm9WQAA8LpL.jpg)

Und wegen solcher Sätzchen schaut das ganze dann für Otto Normalverbraucher aus wie kritische Berichterstattung.

hier wird das Thema anschaulich dargestellt

EU Chatkontrolle

Ich weiß es, ich weiß es: Man trägt das Sonnenlicht mit Eimern in einen Container, der einer fensterlosen Kirche vorgelagert wurde, dort entscheidet jemand (?) [vermutlich nicht demokratisch gewählt, sondern auserkoren] ob und ggfs. wie das Licht polarisiert wird, bevor es durch eines von mehreren geheimen Rohren (in manchen davon sind supergeheime Horchposten) in die heilige Stätte geleitet wird, auf dass die Empfänger, entsprechend ihrer Gesinnung (Polarisation) erleuchtet werden!

Der Titel des Themas („plant“) wirkt heute übrigens etwas veraltet.

Der Titel sollte aktualisiert werden, ‚aus gegebenem Anlaß‘.

Der Titel ist durchaus noch richtig, denn was durchgegen ist, war ja nur die Verlängerung der Chat-Kontrolle 1.0. Die Einführung der Chat-Kontrolle 2.0 ist immer noch in Diskussion und wird womöglich im September beschlossen.

rein ad hoc, als Bösewicht zur CC 2.0 : dann nehme ich z.B. Proton Pass und tausche die Informationen über eine sichere Notiz aus oder verschlüssele die Information vor dem Versand über einen Messenger z.B. auf einem Raspi mit Cryptomator. Ich kann mit Cryptomator von einem sauberen Linux auch gleich die komplette Distribution der Information übernehmen. Im ersten Fall sollte das clientseitige Scanning ins Leere laufen und im zweiten Fall zwingend, auch wenn die EU zu CC 2.0 lügt. D.h. einfach die Verschlüsselung vor der staatlichen Grundrechtsverletzung durchführen. In der Konsequenz muss dann mit CC 3.0 in der EU ein Verbot für den Verkauf und Besitz von Open-Source und freier Hardware kommen.

Für mich ist CC eine geistige Totgeburt aus dem Tal der Universallaien oder der Anfang eines totalitären Überwachungsstaates - ich tippe auf zweites, wenn man die weitern EU-Vorhaben betrachtet​:joy::joy:

Der Besitz, Betrieb und das Führen bestimmter Soft- und Hardware stellt dann in Analogie zum Waffengesetz eine Straftat dar :collision:

Darauf wirds im Endeffekt wohl hinauslaufen, wenn’s mit der gegenseitigen Aufschaukelung von Überwachung einerseits und Umgehung/Verhinderung dieser Überwachung, andererseits, so weitergeht…

Genau das ist der Punkt. Die Bösewichte werden immer Möglichkeiten finden, die Chat-Kontrolle zu umgehen und die unbedarften und unbescholtenen Bürger sind die Dummen, die von vorne bis hinten ausspioniert werden. Wenn man sich dann vorstellt, wie viele Fehlalarme es mit dieser tollen KI-gestützten Auswertung der ganzen gesammelten Chats geben wird, kann einem sowieso nur noch Angst und Bange werden. Da werden vermutlich Existenzen zerstört.

Das kann man vorausschauend vermeiden, indem man den ganzen Sch* nicht benützt, keine Accounts erstellt und keine AGBs/EULAs dieser Anbieter durch Ankreuzen akzeptiert. Weder mit noch ohne Durchlesen derselben.

Was meinst du mit diese Anbieter? Im Moment geht es nur um die, die es freiwillig machen, ja, aber bei Chatcontrol 2.0 wird ja Client side scanning flächendeckend eingesetzt. Und dabei werden dann alle Nachrichten auf den Geräten vor und nach dem Entschlüsseln gescannt. Da spielt der Anbieter überhaupt keine Rolle mehr. Wenn das kommt, kannst du eigentlich nur noch offline gehen.

Die bekannten großen Big Tech Anbieter halt.

Was heißt da freiwillig? Ich erwarte mir nicht, daß es für die Nutzer ‚freiwillig‘ sein wird. So naiv bin ja nicht mal ich. Daß die großen und populären Plattformbetreiber freiwillig mitmachen werden, davon kann man ausgehen. Eine Opt Out Möglichkeit für einzelne User erwarte ich mir kaum.

Außerdem interessiert mich das nur als Beobachterin.

Viel mehr interessiert mich, ob v.2.0 dann auch e-mail im weitesten Sinn (also incl. Delta Chat) betreffen wird sowie Matrix / Element, Mastodon u.derartiges in den 3 Varianten: 1. öffentlicher Server, 2. privat gehosteter Server (beim Internetprovider aber mit eigener Domain) sowie 3. physisch eigener Server, der im Wohnzimmer oder Keller läuft und an einer Leitung mit fixer IP-Adresse hängt.

Man kann eh nur für sich selber schauen, daß man möglichst wenig involviert wird. Was und wie die Mehrheit darüber denkt, zeigt ihr Verhalten und dazu mag ich jetzt gar nicht mehr schreiben.

edit: In weiterer Folge interessiert mich dann, ob Client Side Scanning einmal die Apps bzw. den Userspace verlassen wird und per Gesetzesvorschrift tief in das Betriebssystem aller gesetzeskonformen OSes integriert werden muß, so daß es auch GrapheneOS oder diverse Linuxe es haben müssen, um veröffentlicht werden zu dürfen. Dann stellt sich praktisch die Frage, wie man die Dinger zuverlässig am Updaten hindert, um wenigstens mit der letzten Version irgendwie weiterarbeiten zu können, auch wenn dann einiges nicht mehr funktionieren wird.

War das nicht vielleicht deren Lobbyarbeit, das es wieder eingeführt wurde?

Wenn ich das richtig verstehe, dann müssen auch Anbieter wie Tuta, filen usw. die Nachrichten vor dem verschlüsseln scannen?

Meine Frage wäre, wie man Chatcontrol 2.0 noch verhindern kann. Ich habe schon einige Abgeordnete angeschrieben. Auch an entsprechende Vereine gespendet, die dagegen kämpfen. Was gäbe es noch für Moglichkeiten? Viel Menschen die dagegen angehen wird man nicht zusammen bekommen, da es ja vielen egal ist.

Ich bin mir nicht ganz sicher, ob die Anbieter scannen müssen bei Client Side Scanning oder ob einfach schon von Apple oder Android her eine entsprechende Scan Software im OS integriert werden muss. Natürlich würde dagegen eventuell helfen, GOS zu verwenden. Nur der Punkt ist ja, wenn die Kontakte mit denen man sich austauscht, kein GOS verwenden oder ähnlich gehärtete Betriebssysteme, dann geraten die Nachrichten ja so oder so in die Chatkontrolle 2.0. Das ist der Pferdefuß bei den anderen Privatsphären Setups. Man kann versuchen, sein eigenes Setup so gut wie möglich zu schützen Aber dann ist man eben isoliert und darf mit niemandem mehr Kontakt haben.

@Seven.of.nine Genau das ist der Punkt. Die großen Big Tech Firmen machen natürlich mit Freude freiwillig bei der Sache mit. Die Nenutzer werden ja eh nicht gefragt.

Ich nehme mal an, dass es sich bei E-Mail genauso verhalten wird wie bei anderen Messengern. Es wird auf dem Gerät gescannt, sofern dieses Scansoftware auf die Geräte irgendwie drauf kommt.

Wenn man sieht, wie in der EU schon getrickst wurde, um die Chatkontrolle 1.0 weiter durchzudrücken, habe ich, ehrlich gesagt, wenig Hoffnung, dass es möglich ist, 2.0 noch zu verhindern.

Wenn das tatsächlich so kommt, kann/sollte/muss man die entsprechenden Geräte als prinzipiell kompromittiert ansehen… (einige Custom-ROMs und Bastelgeräte sowie „alte“ Geräte mal außen vor)

Geht mir auch so :frowning:
Demokratisch ist da nix mehr.

Deshalb interessiert mich sehr konkret:
Wie verhindert man Updates auf

  1. GrapheneOS
  2. LineageOS
  3. Debian Linux

Und: Wie kann man sich ein gutes altes GrapheneOS Installationsimage ohne CSS mal auf Vorrat auf die Festplatte speichern, um ggf. neu installieren zu können, wenn’s mal notwendig sein sollte?

Tldr: eine Zeit lang werden die Geräte wohl noch ohne Updates für irgendwas verwendbar sein, z.B. lesen oder Musik hören (die eigene CD Sammlung). Unbefangene Handynutzung ist dann halt Geschichte. ‚Und das war dann mal weg‘. Das sollte man dann halt auch begreifen und dementsprechend handeln. Die angedachte permanente Bespitzelung ist ja nicht harmlos und die Ablehnung derselben keine pedante i-Tüpferlreiterei, sondern viel mehr Orwell und Huxley im XXL-Kombipack.

Was meinst du mit CSS

Warum sollte man das tun?