Datenschutz: Wenn der Zug abgefahren ist, was dann?

Nein, hier geht es auch um Parkhäuser und Wasserzähler, die du verteufelst und als “gefährlich” darstellst. Andere nennen es fortschrittlich und einfach.

Steht in #10

Genau, so fortschrittlich und einfach, dass du nicht mehr zur Wahlurne gehen, oder Briefwahl machen musst, weil KI an Hand der über dich gesammelten Daten (Big Data), schon weiß, wo du dein Kreuzchen machen willst, oder es via nudging von dir dort gemacht werden würde, wo es die KI haben will. Und die KI macht das dann für dich…
Klar, das kann man als Fortschritt und eine einfache und bequeme Form von Lebensführung ansehen. klaus9987, ich verstehe dich. :wink:

Also ein smarter Zähler (und auch dessen Auslesung) fällt für mich (persönlich) noch nicht in die Kategorie Transhumanismus! Sondern ganz normal in den Bereich „Stand der Technik“, der datenschutzrechtlich reguliert werden muss/müsste. Für mich ist mittlerweile vieles einfach „Stand der Technik“ (und es wird in meiner Umgebung teilweise kaum genutzt im Gegensatz zu anderen Ländern/Regionen…), das einer gewissen Diskussion und Regulierung bedarf. — Aber die Beispiele von Transhumanismus, die ich kennengelernt habe, sind ein ganz anderes Kaliber!

Das ist mittlerweile Standard zumindest in größeren Gebäuden bei uns in der Stadt. Jeden Monat erhalte ich einen Brief vom Gebäudemanagement, der mir den Verbrauch des vergangenen Monats sowie des davor liegenden Monats aufzeigt.
Zusammen mit Grafiken, die zum besseren Vergleich Durchschnittsverbräuche bei Personenanzahl x und weiteres anzeigen. Auch Vergleiche innerhalb des Gebäudes zu Einheiten ähnlicher Größe fehlen nicht.

Dieser Sache kann ich nicht widersprechen. Auf eigene Initiative kann ich die Daten jedoch freiwillig selbst ergänzen um die Briefe auf E-Mail umzustellen (Anlegen eines Account, Angabe der E-Mail), mir die Daten damit Online anzusehen und Tips zu bekommen.

Das sind Prognosen, siehe in #10

Und eine *Heizkostenverordnung (HKVO) #18 mit Zwang zur Installation fernablesbarer Wasserzähler, anstatt es jedem selbst zu überlassen, wie man sich entscheiden will… geht eben in eine bestimmte Richtung.

Du wirst von deinem regionalen Anbieter darauf hingewiesen, dass dein Wasserverbrauch zu hoch ist? Und das nur wegen einer fernablesbaren Wasseruhr? Das dürfte ein sehr spezielles Problem von dir persönlich sein, das ganz bestimmt nicht allgemein übertragbar ist! :smiley:

Für mich ist diese allgemein ablehnende Haltung gegenüber jeglicher neuer Technologie nichts anderes als unterbewusste Angst vor was Neuem. Du schaffst dir nur eine derart negative Ansicht, um diese negative Haltung vor dir selbst zu rechtfertigen. Mehr ist das nicht.

klaus9987, du bist im falschen Forum! :light_bulb: Du gehörst zu der Sorte sorgloser Menschen, die in 2025 immer noch „nichts zu verbergen haben“. :wink:

Nichts-zu-verbergen-Argument
https://de.wikipedia.org/wiki/Nichts-zu-verbergen-Argument

Es gab 2013 eine entscheidende Wende auf die Sicht der digitalen Welt und wie das Internet verwendet wird.


Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/PRISM

Damit endet meine Aufklärungsbemühung für dich erstmal. Wir sprechen uns in ca 5 Jahren wieder. (EDIT: vielleicht auch in 2-3 Jahren)

Ja, stimmt. Meinen Wasserverbrauch brauch ich auch nicht zu verbergen. Mir ist es so ziemlich egal, ob meine Wasseruhr fernabgelesen wird oder oldschool von einem zuständigen Mitarbeiter. In beiden Fällen wird auf den Liter genau abgerechnet.

Um an diesem Detail mal einzuhaken:

Es ist nicht egal, sondern kommt drauf an, welche Daten übertragen werden.

Bei der manuellen Ablesung kommt einmal im Jahr jemand vorbei und schreibt x Kubikmeter Wasser auf. Diese Daten sind so gut zusammengefasst, dass BigData damit nicht viel anfangen kann.

Bei der digitalen Fernablesung gibt es zwei Optionen:

  • Es wird ebenfalls einmal im Jahr der Zählerstand übertragen und damit gibt es keinen Unterschied.
  • Es wird nicht nur der Zählerstand übertragen, sondern auf den Liter genau der zeitliche Verlauf. Also Minuten- oder Viertelstundenwerte.

Vermutlich hat von uns keiner eine Ahnung, was von beiden der Fall ist. Und wir werden es auch nicht merken, wenn sich das irgendwann ändert.

Aber wenn Option 2 zum tragen kommt, dann hat das sowohl einen sehr gläsernen Effekt auf uns, insbesondere wenn die Daten mit anderen Quellen kombiniert werden.

Vorstellbare Auswertungen wären:

  • Wann wird geduscht, früh oder abends? Warum hast du heute deine Gewohnheit geändert und doch zur anderen Zeit geduscht?
  • Wann bist du zuhause und wann nicht?
  • Wann und wie oft läuft Geschirrspüler und Waschmaschine?
  • Immer Freitag abends bekommst du Besuch (mehr Wasserverbrauch) und gehst danach in der Nacht mehr aufs Klo. Alkoholkonsum?
  • An Tag xy hast du Besuch, der bei dir übernachtet.
  • Immer wenn du dich Krank meldest, gehst du häufiger aufs Klo. Fazit: Erkältung.
    Diesmal bist du krank aber gehst nicht so oft aufs Klo. Was ist anders?
  • Passt die Anzahl der Wäsche- und Geschirrspülladungen zu der angegeben Anzahl Bewohner der Wohnung?
  • Warum läuft die Waschmaschine auf einmal häufiger als sonst?
  • usw.

Und das sind nur ein paar spontane Ideen, was man mit den Daten machen kann. Wenn sich da jemand wirklich dahinter klemmt, kann man da vermutlich noch viel mehr rauslesen.

Früher in der DDR zu Zeiten von Stift und Papier, konnte das niemand sinnvoll auswerten.

Heutzutage mit quasi unbegrenztem Speicherplatz, Rechenzeit und KI, kann man da automatisiert verdammt viel Zeug korrelieren und Rückschlüsse daraus ziehen.

Ja, das ist Fortschritt. Man kann, will und sollte es nicht aufhalten.

Aber an diesem einfachen Beispiel sieht man bereits, wieviel „Blödsinn“ man mit so etwas einfachem wie einem Wasserzähler machen kann. Und wenn man das dann noch mit anderen Datenquellen kombiniert … wird es schnell gruselig!

Und leider zeigen die heutigen Entwicklungen zu oft leider nicht in die Richtung von Altruismus …

Ne. Im smarten Fall wird noch deutlich mehr gemacht. Früher: Einmal im Jahr. Heute alle paar Minuten. Da lassen sich schöne Grafiken mit erstellen und man kann so grob rausfinden was du so gerade treibst, wieviele Personen da sind, etc. Analysen dazu gab es schon von >10 Jahren. https://smartgridawareness.org/2015/02/13/how-smart-water-meters-invade-privacy/ Selbiges gilt für zB Stromverbrauch https://www.smartmetereducationnetwork.com/dte-advanced-smart-meter-privacy.php

Das Problem ist u.a. dass manche denken (analog beim Parkhaus oben), dass die Daten nur beim jeweiligen Betreiber bleiben und die niemand anders sieht. Andere können sich solche Daten aber sowohl legal als auch illegal beschaffen.

Nicht ganz. Und es wurde auch schon von einem anderen Nutzer erklärt:

Nee, da gibt es mehr als nur die zwei genannten Optionen, auch wieder mit Verweis auf die Ausführungen, die bereits @jdevlx gemacht hat. Auch ich kann das bestätigen, in unserem Haus bekommt auch jede Mietpartei monatlich von der für die Ablesung zuständige Firma die jeweiligen Heizungs- und Wasser-Verbrauchsdaten zugesandt - per Post oder otional im Online-Account mit Hinweis-E-Mail. Und auch mit Vergleichsdaten zum Durchschnittsverbrauch des Hauses und deinem Vorjahresverbrauch sowie Prognosen des weiteren Verbrauchs aufgrund deines bisherigen Verhaltens, etc.

Wie von @jdevlx beschrieben ist das für gewisse Gegenden und Firmen schon seit einigen Jahren Standard.

Das ist definitiv falsch, zumindest in der Tiefgarage der hiesigen nächstgelegenen Kleinstadt. Da ist bei der Einfahrt eine Kamera für das Kennzeichen und ebenfalls eine bei der Säule mit dem Knopf, wo das Parkticket rauskommt. Beim Bezahlautomat hab ich keine gesehen. Bei der Ausfahrt ist ebenfalls eine Kamera für das Kennzeichen und eine weitere bei der Säule, obwohl man bei der Säule nichts mehr machen muß. Der Schranken geht von selber auf, wenn das Kennzeichen erkannt wird. Wer ich bin, wissen sie allein damit wirklich noch nicht, aber… siehe oben.

Es wird ja sicher nicht nur das Kennzeichen aufgenommen, sondern das ganze Auto. Also würde man auch Insassen sehen.

Ja das ist bei uns genau so. Wenn ich an den Bezahlautomaten gehe, tippe ich mein Kennzeichen ein, danach wird mir dann ein Bild meines Autos angezeigt. Ich kann zumindest sehen, wieviel Personen bei der Einfahrt drin saßen.

Das kann ich dann natürlich auch mit jedem beliebigen Kennzeichen in der Garage machen.

z.B: die Ehefrau tippt das Kennzeichen Ihres Mannes am Automaten ein (auto steht natürlich noch in der Garage) und sieht, dass zwei Personen im Fahrzeug saßen, obwohl er ja eigentlich alleine in die Arbeit fuhr. Diese zweite Person ist dann auch noch weiblich. Und schon geht das Gedankenkarussell los :slight_smile:

Ich versuche, obwohl ich durchaus technisch fähig bin, möglichst wenig der “tollen neuen Spielzeuge” in mein Leben zu lassen. Das heißt, alles, was mir heute als bequem und preisgünstig angeboten wird, kritisch abzuwägen. Penny-App und dann ist das Produkt 2 Cent billiger? Ich mache nicht mit. Kartenzahlung (sicher, bequem)? Ich mache nicht mit. Banking per App? Ich mache nicht mit. Navi-Gerät? Ich kann Karten lesen. Mein Auto ist 13 Jahre alt und hat nichtmal eine Funkfernbedienung.

Was tue ich stattdessen?

Ich knüpfe Netze. Sprich, ich verbinde mich analog mit echten Menschen. So, wie es früher lief: Ich kann dies gut, was kannst Du? Wo können wir tauschen? Uns gegenseitig helfen? Wen kann ich fragen, wem kann ich wirklich vertrauen (dem Staat nicht, soviel ist sicher)? Wir müssen wieder zu kleinen Einheiten zurückfinden. Small is beautiful.

Zudem plane ich sehr konkret meine Auswanderung. Der Datenschutz im Zielland ist noch löchriger als in D. Aber: Dort kann ich mir noch ein paar Quadratmeter Land leisten und möglichst viel von meinem Essen selbst anbauen, mein Haus selbst bauen. Wasser, Obdach, Essen. Und gute Freunde, die sich unterstützen. Das sind meine Grundbedürfnisse und ich entscheide mich jederzeit für einfach und schlicht gegen abhängig und bequem. Je weniger ich konsumiere, je mehr ich selbst herstelle, desto weniger interessant sind meine Daten für die Seelenverkäufer.

Von mir als Fahrerin jedenfalls ein Portrait in HD, weil um den Knopf zu drücken und die Karte zu nehmen muß ich beim Fahrerfenster rauslangen und dabei glotzt mir die Kamera direkt ins Gesicht.

Da gibt es schon einen sinnvollen Grund dafür: Die Wasserwerke wollen tropfende Wasserhähne, rinnende Klospülungen u.dgl finden. Früher ist ja pro Haus abgerechnet worden und dann auf die Mietparteien aufgeteilt worden. So ist man da sehr schwer draufgekommen. Jetzt weiß man, in welcher Wohnung es ist und kann es reparieren. Es sammeln sich enorme Wassermengen an und trotzdem bemerkt man es als Bewohner nicht gleich und sofort. Erst wenn Wasserflecken an der Wand sind und tiefer unten es bereits fürchterlich ausschaut.
Und auch große Lecks und Rohrbrüche kann man damit sofort in der Zentrale sehen, damit sie schneller repariert werden können bevor ein größerer Wasserschaden entsteht.
Ein dauertropfendes Leck läßt sich sonst nicht von normalem Verbrauch unterscheiden, mit Erfassung in 15min Schritten aber sehr leicht und eindeutig.

Und das passiert wo genau? Hast du Belege für deine spontanen Ideen?

Ja, das bekomme ich auch von meinem Stromanbieter. Und jetzt? In welcher Weise wird das gegen dich verwendet? Diese Vorschläge bzgl. Umweltschutz bekommst du immer, unabhängig von deinem Verbrauch.