Aufgrund Mikes Artikel
mache ich mich gerade Gedanken darüber, wie ich Google und anderen Trackingfirmen die Wahrscheinlichkeit eines Anschluss-/Personenbezug basierend auf der IP-Adresse möglichst minimieren kann (verschiedene Kommunikationen einer IP-Adresse gehören wahrscheinlich zu einem Anschluss, einer Person oder mehreren Personen mit Bezug zueinander).
Voraussetzung wäre aus meiner Sicht hierbei, dass sich möglichst viele verschiedene Anschlüsse/Personen dieselbe IP-Adresse teilen, von der Kommunikationen dann in das Internet geleitet werden.
Technologisch fallen mir hier die folgenden Ansätze ein:
Nutzung eines (DSL-)Lite-Anschlusses mit Carrier Grade NAT
Das Carrier-Grade-NAT eines (DSL-)Lite-Anschluss bei dem sich der Netzwerkverkehr vieler Kunden eine öffentliche IPv4 Adresse teilen, verschleiert den Anschluss-/Personenbezug der IP-Adresse. Es ist nicht anhand der IP-Adresse unterscheidbar, ob Kommunikation A der IP-Adresse in Bezug zu Kommunikation B derselben IP-Adresse steht oder vielleicht zu einem ganz anderen Anschluss gehört.
NAT = Network Adress Translation - die Übersetzung einer IP-Adresse in eine andere
Carrier Grade NAT = vom Provider vorgenommenes NAT, typischerweise weil der Provider nicht genügten IPv4 Adressen für alle seine Kunden hat
Leider gibt es jedoch meines Wissens nach keine NAT-Funktionalitäten in IPv6, sodass für die Nutzung des Carrier Grade NAT als Schutzfunktion der Verzicht auf IPv6 notwendig wäre.
VPN-Dienste, wenn diese ebenfalls Carrier Grade NAT umsetzen
Der Einsatz eines VPN-Dienst zur Verschleierung des Anschluss-/Personenbezugs einer IP-Adresse würde aus meiner Sicht nur helfen, wenn der VPN-Anbeiter ebenfalls einen Carrier Grade NAT umsetzt, durch die die Internet-Kommunikation vieler verschiedene Kunden zusammengefasst wird.
Dieses wird vermutlich bei den meisten VPN-Providern für IPv4 der Fall sein, da ansonsten VPN-Provider eine große Anzahl der begrenzten IPv4-Adressen besitzen müssten.
Bei IPv6 tritt wieder dasselbe Problem wie beim (DSL-)Lite-Anschluss auf, dass aufgrund der fehlenden NAT-Unterstützung in IPv6 die Kommunikation recht eindeutig einem Anschluss/Personen zugeordnet werden kann.
Nutzung eines Proxy-Dienstes mit vielen anderen Personen
Bei der Verwendung von Proxy-Dienstes, der die Anfragen vieler anderer Personen über seine IP-Adresse weiterleitet, kann ebenso eine Verschleierung des Personenbezug der IP-Adresse erfolgen. Dieses würde dann auch problemlos bei IPv4 und IPv6 funktionieren.
Firmen setzen z. B. Proxy-Infrastrukturen beim Internet-Übergang zwischen internem Firmennetz und externem Internet ein. Aufgrund der Menge an Benutzern kann hier eine Verschleierung der Identität bis hinunter auf den Anschlussbezug der Firma erreicht werden.
Ob es jedoch vertrauenswürdige Privacy-Proxy-Dienste im Internet gibt weiß ich jedoch nicht. Ergänzend besteht meiner Meinung nach bei einem Proxy-Dienst noch der Nachteil, dass man selbst nicht mehr so einfach einen DNS-basierenden Tracking-Blocker wie PiHole einsetzen kann, da die Namensauflösung an den jeweiligen Proxy übergeben und durch diesen durchgeführt wird.
Weitere Alternativen denkbar?
Was würden Euch noch für Alternativen einfallen, wie man den Anschluss-/Personenbezug von Kommunikationen basierend auf der IP-Adresse/IP-Netzen gegenüber Tracking-Firmen noch verschleiern könnte?
Ich wäre dankbar für Ideen.
Prinzipiell erscheint mir das Carrier Grade NAT eines (DSL-)Lite-Anschlusses oder VPN-Anbieter der simpelste Ansatz zu sein, um die eigenen Internetverbindungen mit Verbindungen vieler weiterer Benutzer zu vermischen und so den Anschluss-/Personenbezug zu verwässern. Nur würde ich dann gerne noch eine Lösung für das fehlende CGNAT bei IPv6-Verbindungen haben, mir fällt jedoch keine Lösung ein.
Gäbe es z. B. irgendeine Möglichkeit die Namensauflösung zu jeglichen Diensten von Google und anderen Tracking-Firmen ausschließlich auf IPv4-Adressen vorzunehmen, aber für andere Dienste weiterhin sowohl IPv4 und IPv6 Adressen aufzulösen?