Deutschlandticket: DB verlangt Bankkonto-Bestätigung bei Lastschrift-Kauf

DB-Kunden zeigen sich irritiert darüber, dass sie ihre Identität nachweisen müssen, wenn sie im Internet ein Abo abschließen. Die DB erläutert den Hintergrund.

https://www.heise.de/news/Deutsche-Bahn-Wer-ein-Abo-per-Lastschrift-zahlt-muss-Bankkonto-bestaetigen-9578677.html

Das klingt sowas von grottenschlecht, dass ich nicht glauben kann, dass das die Bahn wirklich ernst meint und dass man die Logindaten seiner/ihrer Bank/Sparkasse mal eben auf einer anderen Seite eingibt:

Dabei melden sich die Kundinnen und Kunden im Online-Banking-System ihrer Bank an. „Abgefragt wird dabei nur der erfolgreiche Login und der Name der kontoführenden Person im Online-Banking-System. Die DB erhält nur die Information über den erfolgreichen Login“

Ich würde mir wünschen, dass alle Kunden Beschwerde einreichen, die schon vorher mit dem selben Bankkonto bezahlt haben und sie jetzt unnötigerweise Daten oder Zugriff an ein weiteres Unternehmen erteilen müss(t)en.
Leider vermute ich, dass man dem hessischen Datenschutzbeauftragen erst gerichtlich in den Hintern treten muss, damit er das abstellt.

Urgs, ein Murks! :slight_smile:

Es gibt die bessere Methode, dass man als Dienstleister nen Euro abbucht (egal ob per SEPA Lastschrift, von Kredikarte oder PayPal) - dann ist zumindest die Bankverbindung bzw. die Zahlweise hinreichend geklärt.

Einen Login irgendwo halte ich nicht für eine hinreichende Identitätsbestätigung, wenn man denn wirklich eine benötigt.

Das bestätigt nur, dass die Bankverbindung existiert, nicht dass derjenige, der die Einwilligung zur Lastschrift erteilt hat, auch Verfügungsberechtigter zu diesem Konto ist. Die Betrugsquote ist hier leider inzwischen extrem hoch.

Ändert aber natürlich nichts, dass die aktuelle „Lösung“ (man möchte sie gar nicht so bezeichnen) absolut indiskutabel ist - zumal eben wohl nicht eine Anmeldung im Onlinebanking der Bank erfolgt, sondern einen mehr oder weniger dubiosen Drittanbeiter (gehört zu VISA) Zugriff (mit welchen Rechten?) auf das Konto gewährt.

Man könnte die künftigen Kunden auch anweisen, einen Euro selber zu überweisen. Sowas habe ich schon 2-3x bei europäischen, nicht-deutschen Firmen machen müssen. Denen reichte es.

Bei der Bahn sehe ich überhaupt keine Veranlassung, so einen Hickhack um eine Identitätsprüfung nur für eine schei** Fahrkarte zu machen. Da muss sich die Bahn nicht wundern, wenn die Bürger keinen Bock auf sie hat. Würde mir zu denken geben, wenn z.B. das Beantragen eines Auszugs aus „Flensburg“ wesentlich schneller geht.

Aber die Privaten können ja alles besser und wenn die Bahn erst (teil-)privatsiert ist, geht alles noch viel, viel schneller und preiswerter (O-Ton diverse Politiker vor vielen Jahren mal) seufz

wollte heute ein Deutschlandticket für einen Monat bei der DB ordern, bin dort schon lange Kunde. Ging nur mit Verimi, habe abgebrochen und Beschwerde in Hessen eingereicht.
Wo bekommt man ein Monatsticket sonst? vielleicht gegen Cash?

Ich empfehle grundsätzlich, da wo es geht, einen großen Bogen um alles was zu dem roten Riesen gehört zu machen. Bereits schon aus Prinzip, aber auch um seine eigenen Daten und sein Nervenkostüm zu schonen.

Das D-Ticket kann bei vielen lokal kommunalen Verkehrsbetrieben erworben werden. Eine nicht abschließende Auflistung findet sich zum Beispiel hier: https://gist.github.com/rena2019/a2d32769a685ed26c3e3b3bbfe151859
Und hier: https://datendiaet.de/artikel/2024/03/deutschlandticket_erwerben/

Übrigens: Wird das Deutschlandticket über die Deutsche Bahn gekauft, erhält sie auch das Geld, da es keinen Verteilerschlüssel für die Einnahmen gibt.

Mein Appell: Finger weg bei DB Konzernunternehmen!

die Bahn ist meines Wissens das einzige Unternehmen bei dem man das D-Ticket auch für einen Monat bekommt (kaufen und gleich kündigen). Ich brauche es halt nur sporadisch.
Ich habe danach eine andere Fahrkarte gekauft, auch da kam dieser Dialog hoch, aber ich konnte Kreditkarte wählen und damit dem Mist entkommen.
Im Fernverkehr gibt es keine ernsthafte Alternative, daher sage ich mir, Beschwerden und ggfs. Klagen einreichen…

Auch, wenns doppelt ist, hier noch gute Tipps zum Buchen MIT Datenschutz:
https://chaos.social/@encbladexp/112371026510526982

Danke - werde ich testen wenn ich das nächste Mal eines brauche.

Dem ist keineswegs so. Die DB Vertrieb GmbH hält sich lediglich an die gesetzliche Minimalvorgabe (monatlich zum 10. kündbar), wie alle anderen Vertriebler im übrigen auch. Somit gibt es keinen einzigen Mehrwert über ein DB Konzernunternehmen sein Billett zu beziehen. Kann man aber natürlich machen, ist jedem selbst überlassen.

Allerdings sind immer die Vorlaufzeiten zu berücksichtigen. Wobei auch hier gibt es für Kurzentschlossene reichlich Alternativen zum DB Konzern: https://www.deutschlandticket-rabatte.de/#sofortstart

Das Problem scheint beim Kauf jedweder Fernverkehrstickets aufzutreten.

Ich glaube ich spinne.

Gibt es Tipps wie und wo man sich beschwert? Vielleicht sogar ein Musterschreiben?

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich beschwere mich nach Artikel 77 DSGVO über die DB Vertrieb wegen falscher Datenschutzerklärung, zwanghafter Weitergabe kritischer Identitätsdaten zu einem nicht vertrauenswürdigen Dritten, und unnötiger Bonitätsprüfung.

Ich habe vorhin versucht, ein Deutschlandticket bei DB Vertrieb zu erwerben und mir dabei die Datenschutzerklärung aufgehoben (anbei). Von einer Weiterleitung/Weitergabe zu Verimi steht darin nichts, aber von einer Bonitätsprüfung bei Infoscore. Für die Durchführung von Verimi ist die Installation einer nicht vertrauenswürdigen App und daher ein Mobiltelefon erforderlich. Im weiteren Verlauf soll ich Zugangsdaten für mein Bankkonto offenbaren, was gegen die Bestimmungen meiner Bank verstößt. Außerdem bin ich langjähriger Kunde von DB Vertrieb, habe meine Tickets bisher immer bezahlt, und halte daher eine zusätzliche Prüfung für nicht erforderlich, schon gar nicht wenn ich dafür meine Bank-Zugangsdaten einem Dritten anvertrauen muss. Insgesamt sehe ich diese Art der Prüfung als Verstoß gegen Artikel 24 und 25 DSGVO, die falschen Angaben der Datenschutzerklärung als Verstoß gegen Artikel 13 DSGVO.

Vielen Dank und viele Grüße

Joachim Lindenberg

An: poststelle@datenschutz.hessen.de.
Eigene Änderungen sind durchaus sinnvoll. Wer mag darf mir gerne auch eine Kopie schicken…

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