Hallo, ich nutze seit 2 Jahren Mullvad und hatte bis vor ein paar Wochen/Monaten keine Probleme. Mir ist vor Monaten schon aufgefallen das z.B. Youtube immer mehr IPs von Mullvad blockiert. Nun ist es soweit, dass ich keine Server mehr finde, die Youtube nicht geblockt hat. Egal mit welchem Server ich mich verbinde, Youtube denkt ich bin ein Bot.
Wirklich schade, denn ich mag Mullvad aber muss nun leider den VPN-Anbieter wechseln. Wie siehts mit ProtonVPN, Hide.me oder Surfshark aus, jemand Erfahrung mit diesen Anbietern gemacht was Streaming und Blockierungen betrifft?
Ich kann deinen Frust total nachvollziehen – ich habe genau das gleiche Problem mit Mullvad. Es ist echt schade, weil Mullvad in Sachen Anonymität und Datenschutz einfach Spitzenklasse ist. Die Philosophie dahinter, keine unnötigen Daten zu sammeln und komplett auf Privatsphäre zu setzen, ist beeindruckend und einzigartig. Aber ich gebe dir recht: Für ein freies Internet und vor allem Streaming ist dieser Ansatz auf Dauer schwierig.
Ich bin auch zu ProtonVPN gewechselt und finde, dass sie den perfekten Mittelweg bieten. Der große Vorteil von ProtonVPN ist, dass sie zusätzlich Technologien einsetzen, um Blockierungen und Zensur zu umgehen – vor allem für Streaming-Dienste. Bei Mullvad hatte ich immer mehr das Gefühl, dass sie sich aus Prinzip gegen solche Entwicklungen sperren, selbst wenn die Nutzerfreundlichkeit darunter leidet. ProtonVPN ist da einfach flexibler. Es gibt kleinere Unterschiede, aber aus meiner Sicht keine prägnanten: ProtonVPN legt genauso großen Wert auf Datenschutz und Privatsphäre.
Ich habe dem Mullvad-Support übrigens schon zwei ausführliche E-Mails zu diesem Thema geschickt, weil ich es wirklich schade finde, wie die Situation sich entwickelt hat. Aber bislang gibt es keine Anzeichen, dass sie ihren Ansatz ändern oder anpassen wollen.
Da hast du vollkommen recht, Geoblocking und Co. sind das Hauptproblem, und VPN-Anbieter stehen da generell unter Druck. Aber genau deshalb finde ich ProtonVPN so stark – sie gehen gezielt dagegen vor und entwickeln eigene Technologien wie das Stealth-Protokoll, um solche Blockaden zu umgehen. Das macht für mich den Unterschied.
„Stealth“ ist für die von dir ausgehende Verbindung, also wenn zB ein Provider oder Länder wie China, Iran usw. VPNs blockieren möchten. Für Youtube und andere Webseiten macht das keinen Unterschied. Youtube und andere blockieren die VPN-Server also die IP Adressen die bei denen ankommen.
Ihr seid so einfältig. Habt mal etwas Fantasie und lest auf der Mullvad Seite. Sogar im Blog gab es einen Artikel.
Unter Linux funktioniert alles mit Mullvad. Nach Android habe ich noch nicht wirklich geschaut, außer Newpipe und dafür habe ich noch keine Lösung.
Seit einem bestimmten Artikel im Blog bin ich ehrlich gesagt etwas angefressen. Auch muss ich keinen Leuten die für das Vorgehen von Big Tec Verständnis haben und immer nach noch mehr Regulierung und Gesetzen rufen die Lösung mundgerecht servieren. Um die anderen tuts mir leid, aber ihr schafft das.
Das stimmt so nicht ganz. Stealth hilft, VPN-Blockaden auf Netzwerkebene zu umgehen (z. B. durch Provider oder staatliche Firewalls), indem es VPN-Verbindungen verschleiert. Aber wenn YouTube gezielt die IP-Adressen der VPN-Server blockiert, liegt das Problem woanders – da hilft Stealth tatsächlich nicht.
Per VPN habe ich YouTube bisher nicht besucht, sondern nur über Piped. Aber auch da gab es Probleme. Erst immer wieder für eine kurze Zeit, dann für längere Zeit. Ich habe dann aufgehört, zu versuchen, YouTube datenschutzfreundlich zu verwenden und verzichte seitdem komplett darauf.
Google sitzt sowieso am längeren Hebel und langfristig wird die datenschutzfreundliche Nutzung vermutlich gar nicht mehr möglich sein.
Stattdessen nutze ich die Mediatheken und hoffe darauf, dass PeerTube und die Community darum sich gut weiterentwickeln.
Natürlich ist es deine freie Entscheidung, ob du YouTube nutzt oder darauf verzichtest. Dennoch zeigt dein Beitrag genau das Problem, das Mullvad mit seiner Philosophie zu lösen versucht: die Übermacht von Big-Tech einzuschränken und eine datenschutzfreundliche Nutzung zu ermöglichen. Der komplette Verzicht sollte nicht die einzige Lösung sein – vielmehr sollte es darum gehen, die Kontrolle über die eigene Privatsphäre zurückzugewinnen. Meinungsfreiheit und Datenschutz sollten nicht durch Blockaden eingeschränkt werden, sondern vielmehr ein Weg sein, sich den Big-Tech-Konzernen zu stellen und ihnen zu trotzen. Genau hier zeigt ProtonVPN im Vergleich zu Mullvad eine klare Linie, indem sie aktiv Anti-Zensur-Maßnahmen integrieren und gegen IP-Blockaden entsprechende Techniken einsetzen.
Verstehe die Intention, aber die Weiternutzung der Angebote unter Umgehung von Zugangsbeschränkungen der Anbieter ist alles andere als sich in den Weg stellen oder ihnen zu trotzen.
Es ist und bleibt nichts anderes als die Bestätigung und Verfestigung von deren Marktmacht.
Man kann sich fast sicher sein, das die Verantwortlichen für die Produktlinie beim Anbieter hocherfreut über solche „Gegner“ und Kritiker sind
Wenn dann noch deren Hardware als beste und sicherste allerorten gefeatured und gefeiert wird, kommt man aus dem Lachen doch garnicht mehr raus
Ich verstehe deinen Punkt, aber ich sehe das anders: Die Nutzung von Datenschutztools wie VPNs, um Zugangsbeschränkungen zu umgehen, bedeutet nicht, Big Techs Marktmacht zu bestätigen – es bedeutet, ihnen die Kontrolle zu entziehen. Es ist ein Akt des Widerstands, ihre Algorithmen und Überwachungsmechanismen zu umgehen und dabei Datenschutz und Meinungsfreiheit zu bewahren. Komplett zu verzichten, mag eine Option sein, aber es überlässt das Feld kampflos. Sich zu schützen und Alternativen wie PeerTube zu fördern, sollte Hand in Hand gehen, anstatt nur einen Weg zu sehen.
Gleichzeitig zeigen die Versuche, YouTube datenschutzfreundlich zu nutzen, wie mächtig das Unternehmen ist, weil man davon abhängig ist. Ich gebe Google diese Macht nicht mehr und quäle mich nicht mehr damit, aus einem Kniefall in eine aufrechte Position zu kommen (um es mal zynisch auszudrücken). Ich bin dankbar dafür, dass Tools wie Piped und Invidious bzw. die Menschen dahinter es mir ermöglicht haben, YT-Videos datenschutzfreundlich anzuschauen, aber ich habe keine Lust mehr, dieses Spiel mitzuspielen.
Außerdem wird sich durch den Widerstand eine Sache nicht ändern: Dass die Macht sich bei den großen Unternehmen konzentriert. PeerTube und Co. sind also nicht nur datenschutzfreundlich (wenn man sie nicht gerade komplett umbaut), sondern haben auch andere Vorteile
Ich kann beide Positionen verstehen. Es hat beides was für sich. Und grundsätzlich sehe ich auch, dass die einzige Lösung darin bestände, auf unabhängige Plattformen zurückzugreife. Nur, dafür müssten dort auch entsprechende Inhalte sein, das sind sie nicht, leider. Das einzige, was ich auf Peertube gefunden habe, sind Tech-Videos. Aber nichts zu ganz anderen Themen, auch profanen Themen. Zu „meinen“ Themen gibt es auch auf youtube fast nichts, bin froh, dass ich da 5 Kanäle gefunden habe über die Zeit. Woanders finde ich so gut wie gar nichts.
Wenn 95% der Gesellschaft sich um Datenschutz nicht kümmern, dann tun das die „Youtuber“ auch nicht. Sie verdienen ja noch Geld mit youtube-Abos und Affiliate-Links und machen da immer drauf aufmerksam, man möge doch ein Abo dalassen usw. Solange es „Youtuber“ als "Beruf "gibt, sehe ich schwarz.
Nichtsdestotrotz müsste man alternative Plattformen voranbringen.
Man müsste mehr und andere Inhalte auf andere Plattformen bringen. Nur wer soll das machen? Ich schaue gelegentlich mal nach, aber es ändert sich nichts.
Tatsächlich Ich nutz Youtube quasi nie, aber ich habs grad mit Mullvad getestet. Mit der deutschen IP soll ich mich anmelden, mit einer anderen (z.B. Finnland) gehts sofort.
So ist es leider. Einer meiner Podcaster, der nicht nur auf YT, sondern auch auf einigen alternativen Plattformen vertreten ist, hat einmal aufgehört, YT zu bespielen und seine Abonnenten aufgefordert, ihm doch dorthin zu folgen.
Nach einigen Wochen war er wieder zurück. Es werden ihm sicher einige gefolgt sein, aber offenbar nicht ausreichend viele.
Es sind also auch die User, die aus mir unerfindlichen Gründen selbst reinen Audio-Content lieber auf einer Video-Plattform konsumieren.
Und auch den Fehler machen, Youtube zu bezahlen statt den Youtuber.
Mullvad funktioniert 1a mit deutscher IP. Man muß nur die Tools, die Mullvad zur Verfügung stellt auch nutzen. Oder schreiben sie die Anleitungen auf ihrer Page nur zum Spaß?