Autos als umfassende Spitzelwanzen

Kann eigentlich nicht sein, da die Länge der Antenne physikalisch definiert, welche Frequenzbereiche sie effizient empfangen kann. Je höher die Frequenz, desto kürzer muss die Antenne sein, da die Elektronen dann öfter pro Sekunde die Antenne hoch und wieder runterwandern müssen. Das geht natürlich schneller, wenn die Antenne kurz ist.

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Vielleicht solltest Du den Zusammenhang erwähnen, dass Frequenz und entsprechende Wellenlänge umgekehrt proportional zueinander sind. Dann wird es anschaulicher und eingängiger.

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Ich wollte es nicht zu fachsprachlich erklären, sondern auf die Sache (=Frequenz und Antennenlänge) direkt beziehen.

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300 / Wellenlänge (m) = Frequenz (MHz)
300 / Frequenz (MHz) = Wellenlänge (m)

Gilt ebenso für Wellenlänge in mm und Frequenz in GHz.

300 / Frequenz = Wellenlänge.

Antennen, die auf Autodächern montiert sind, haben idealerweise eine Länge von 1/4 der Wellenlänge.

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UKW-Rundfunk liegt bei um die 100 MHz (ca. 88 bis 108 MHz). Für 100 MHz ergibt das eine Wellenlänge von 3 m. Bei einer „1/4-Antenne“ mithin 75 cm. Die Teleskop-Antenne meines Tischradios (UKW und DAB+) hat ca. 60 cm.

Also ich (persönlich) finde diese Betrachtungsweise „anschaulich“ und nicht „fachsprachlich“.

Ähnliche Sachverhalte kann man ansatzweise beobachten, wenn man Metallgitter beobachtet. Z.B. die Abschirmung eines Mikrowellengerätes vorne im Glasfenster. Oder ähnliche Beispiele.

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Um es zu beenden: Du hast nicht unrecht! Man kann es auf verschiedenste Art erklären. Ich hatte meine 8er, die Physik als neues Fach haben, als Richtschnur für meine Erklärung hergezogen. Man kann die Zielgruppe für die eigene Erklärung auch anders wählen. Macht Sinn, da wir hier höchstwahrscheinlich überwiegend Erwachsene sind. Ich dachte, dass es am besten ist, es so zu erklären, dass dabei nur ganz basale Voraussetzungen zu erwarten sind.

Ich denke, auf die eine oder andere Art und Weise ist jetzt jeder mitlesenden Person klar, was Sache ist.

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  • sucht das Antennenkabel im Auto

  • schneidet das Kabel an einer leicht zugänglichen Stelle durch und baut eine passende SMA-Kupplung ein

  • auf die Seite der Kupplung zum Transceiver schraubt ihr ein Dummy Load drauf. Damit wird das Signal in Wärme umgewandelt, was bei der Sendeleistung unkritisch ist.

HF, UHF/VHF 5W Dummy Load to 6GHz

quick und dirty :kissing_face_with_closed_eyes:

Für den TÜV schraubt man den Dummy Load ab und die Antenne dran. Allerdings sollte man bedenken, dass die Karre Daten über einen Zeitraum X zwischenspeichert, weil man auch mal in einem Funkloch stehen könnte.

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Zur Lage von Antennen in modernen Autos habe ich diese Grafik gefunden:

https://www.gutschild.de/blog/kfz-ratgeber-wieviele-antennen-stecken-in-einem-auto/

Selbst ein Billig- / Mittelklassewagen hat also insgesamt um die 16 Antennen, davon alleine 3 für Mobilfunk. Ich bezweifle, dass es erfolgversprechend ist, die Mobilfunkantennen lahmzulegen. Die Abmessungen von Handys beweisen ja, dass dafür keine großen Antennen nötig sind. Handyempfang ist innerhalb von Autos problemlos möglich. Selbst wenn Außenantennen abgeklemmt werden, ist nicht auszuschließen, dass direkt beim Mobilfunktmodul noch eine Ersatzantenne liegt. Die Frage ist auch, wie überprüft werden soll, ob kein Mobilfunkempfang mehr besteht? Indem ein eCall-Notruf auf der 112 abgesetzt wird? Eine Ecke weiter könnte der Empfang schon wieder bestehen.

Einfacher zu deaktivieren ist das GPS, wie sich bei unserem PKW vor einiger Zeit gezeigt hatte. Das Navi zeigte nicht mehr den richtigen Standort an, sondern einen wilden, irgendwo in der Pampa. In der Werkstatt sagte man uns, dass das an einer defekten GPS-Antenne läge. Von der gibt es i.a. nur eine und die sitzt üblicherweise in der Heckflosse, nicht nur beim SEAT in der Grafik, auch bei unserem PKW. Bei unserem Fahrzeug hatte diese Heckflosse in der Autowaschanlage wohl zu viel Stress bekommen.

Es ist nicht notwendig, das Kabel durchzuschneiden. Die Antenne (-n) sind mit einem Kabel meist mit der Steuereinheit des Entertainmentsystems verbunden und dort über einen Stecker eingestöpselt. Es sollte reichen dort das Antennenkabel abzuziehen. Die Steuereinheit sitzt häufig nicht beim Display, sondern z.B. im Handschufach. Einstöpseln geht natürlich auch wieder, z.B. für den TÜV. Wenn das GPS lahmgelegt ist, zeigt das Navi wie bei uns nicht mehr den Standort an. Überprüfung ist also einfach.

Ohne GPS funktionierten in unserem Fahrzeug auch ein paar andere Funktionen nicht mehr, z.B. wurden die Geschwindigkeitsbegrenzungen nicht mehr korrekt erfasst. Diese Funktion nutzt offensichtlich nicht nur Kameras zur Erkennung von Schildern, sondern auch Karten und den Standort.

Nicht nur aus diesem Grund kann tatsächlich nicht empfohlen werden, das GPS lahmzulegen. Wie bereits weiter oben diskutiert, ist eCall und damit die GPS-Standortbestimmung Teil der Betriebserlaubnis bei aktuellen Fahrzeugen. Der ADAC meint dazu:

Wird aus dem Fahrzeug etwas entfernt, das Bestandteil der Typgenehmigung
war (wie Katalysator, ABS oder auch eCall), so verliert das Fahrzeug die
Betriebserlaubnis im öffentlichen Straßenverkehr. Bei einem Unfall riskiert man
den Versicherungsschutz, und bei einer Hauptuntersuchung darf die
Plakette verwehrt werden.

https://www.adac.de/rund-ums-fahrzeug/unfall-schaden-panne/unfall/ecall/

Das gilt aber natürlich auch, wenn die Mobilfunkverbindung gekappt wird. Zu eCall gehört u.a. GPS und ein Mobilfunkmodul mit embeddedSIM.
Anders als die Antennen, dürften Mobilfunkmodul und GPS-Modul nur einmal in jedem Fahrzeug verbaut sein. Wenn das Fahrzeug zusätzlich zu eCall auch Telematikfunktionen und Onlinedienste hat, sollten die über dasselbe GPS-, Mobilfunkmodul und SIM-Karte laufen, wie eCall, können also schwer lahmgelegt werden ohne auch eCall abzuschalten.

Allerdings müsste in einem Rechtstreit nachgewiesen werden, dass z.B. ein Antennenkabel absichtlich abgestöpselt wurde und nicht durch Vibrationen von Motor und Fahrt abgefallen ist :wink:

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Wow…wie krass. Soviele Antennen? Danke für die aufschlußreichen Informationen!

Bei vielen Fahrzeugen sitzt die Mobilfunkantenne für das Notrufmodul/eCall mit in der Haifischflosse. Kabel ab, Fehlermeldung, LED rot und definitiv keine HU Plakette, alleine schon wegen dem Ereignisspeichereintrag. Im Fall der Fälle, dass es nach einem Unfall vor Gericht geht, ist es sehr unwahrscheinlich, dass man der Auffassung folgen wird, der Stecker habe sich von alleine gelöst. Viele Ideen sorgen nur für Ärger und sind alles andere als sinnvoll. Nebenbei bemerkt wird bei manchen Herstellern bei jedem Werkstattbesuch mit einem neueren Modell, bei dem eine Diagnose gestartet wird abgefragt, ob zum Beispiel die Daten übertragen werden dürfen, welche gespeichert worden sind. Dazu zählen wie oft die Assistenten deaktiviert worden sind, wie oft eine automatische Notbremsung ausgelöst wurde, Geschwindigkeit übertreten wurde, etc. Aktuell nur für statistische Zwecke. In wie weit ein genauerer Bezug zum Fahrzeug mit übertragen wird, kann ich nicht sagen. Spätestens bei der HU werden die Daten auch übertragen ohne das abgefragt wird, ob dem zugestimmt wurde. Alles Vorgaben der EU.

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Ich glaub der Link passt hier ganz gut hin:

https://www.golem.de/news/datenschutz-tesla-kameras-dokumentieren-straftaten-im-oeffentlichen-raum-2512-203492.html

Das kann z.B. in Singapur das Wegwerfen einer Bananenschale sein, wofür es dann eine Prügelstrafe gibt.

Na ja, da hast du sicher recht, aber mein Lebensmittelpunkt ist in Europa.

Und da kotzt es mich schon an, das Tesla wenn sie wollen würden Bewegungsprofile von Personen die regelmäßig an so geparkten sch… vorbei kommen.

Meiner Meinung nach driften wir unter dem Vorwand der Verbrechensbekämpfung (auf staatlicher Seite) oder der Verbesserung des Nutzererlebnisses (auf Seiten privater Datenkraken) immer mehr in Richtung totaler Überwachung ab.

Und das schlimmste ist das es Leute gibt die Tesla dafür auch noch feiern. Ich habe kein Problem mit Elektromobilität, aber mit der FA Tesla schon. Und die schlimmsten sind die, die Elon früher gefeiert haben und jetzt mit so nem alibi Aufkleber an ihrem Tesla rum fahen.

Sorry, das musste jetzt raus. :grin:

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Ich denke, den meisten Tesla Fahren ist das schlicht egal, weil Firmrnfahrzeug, wer kann (oder will) sich schon als Normalbürger eine so teuren Haufen Blech hinstellen. Nur zur Einordnung, ich habe kein Auto/Firmenwagen, wenn wäre er elektrisch, nur wahrscheinlich nicht von amerikanischen oder deutschen Herstellern.

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Hat sich zu diesem Thema schon mal jemand mit dem Fiat Ducato befasst?

Kriege im März einen neuen Ducato-Kastenwagen …

Hast Du den Bericht schon durchgelesen?

https://www.mozillafoundation.org/de/privacynotincluded/articles/its-official-cars-are-the-worst-product-category-we-have-ever-reviewed-for-privacy/

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Bitte beachten, dass sich dieser Artikel nicht auf die Fahrzeuge mit Zulassung in der EU bezieht.