Ich habe sehr lange einen langen Bogen um die (a)sozialen Netzwerke gemacht und halte diese für eine gesellschaftliche Gefahr sowie mitverantwortlich für die Abstumpfung der Nutzer.
Aufgrund persönlichen Umständen/Gründen überlege ich mir dennoch einen Account zuzulegen ( bitte darüber keine Diskusion) Jetzt habe ich mir verschiedene Maßnahmen überlegt, um so „datenschutzfreundlich“ wie möglich Instagram zu nutzen. Wobei mir da völlig bewusst ist, dass die Maßnahmen begrenzt sind.
Dennoch fände ich gut wenn ihr meine Ideen erweitert oder mir Feedback gibt.
Extra Emailadresse (ohne meinen Namen als Adresse, wird nicht für persönliche Dinge/mit Klarnamen verwendet)
Fantasie-Namen
Fantasie-Profilbild
keine persönliche Daten (falls das möglich/notwendig ist)
DNS-Server mit Tracking-Blocker (dnsforge.de) auf Smartphone/Laptop
Nutzung per Firefox statt App (falls das möglich ist)
Habt ihr sonst noch Ideen was zu beachten oder umzusetzen ist?
Die Frage wird sein, ob nicht alleine die Info über ein möglicherweise entstehendes Freundesnetzwerk schon sehr viel aussagt über dich.
Diese Seite bietet ein Frontend, allerdings mit Cloudflare davor.
Da kann man anonym auf Instagram Inhalte zugreifen.
Das würde ich so oft wie möglich nutzen: https://imginn.com/
In diesem Forum müssten wir uns aber doch darüber einig sein, dass es viel erstaunlicher ist, was Leute so alles hinnehmen, nur um bestimmte Dienste nutzen zu können!
Man ist halt doch, trotz allem, Mensch und auf diesen Plattformen werden heutzutage gewisse menschliche Bedürfnisse gestillt. Das ist es ja, was diesen Plattformen das Potenzial gibt, die Menschheit so zu vergiften…
Pixelfed schon und gut, aber keine Video Shorts, in der Pixelfed App ist das vergrößern der Bilder nur eingeschränkt möglich, ein Vergleich zu Instagram ist es nicht wirklich.
So jetzt fühle ich mich doch in der Position mich rechtfertigen zu müssen bzw. zu wollen, obwohl diese Situation nicht einstehen sollte und mein Hinweis dazu teilweise ignoriert wurde.
Mir geht es nicht darum, Influencer zu folgen oder Videos anzusehen, sondern um die Kontaktmöglichkeiten zu erweitern und Infos zu Veranstaltungen zu erhalten. Sprich mehr Beteiligung mir zu ermöglichen.
Es macht nun mal einen Unterschied, ob man zur Mehrheitsgesellschaft gehört oder welche Lebensumstände man hat.
Klar kann Mike, als heterosexueller und weisser Mann mit Frau und Kind in einer Metropole und einem progressiven Bundesland lebend, sagen nutzt Instagram nicht wegen Datenschutz. Und er hat Recht damit, aber für manche Personen ist es schwieriger darauf zu verzichten weil das eine gewisse Isolation bedeutet, da man im Reallife mehr Hürden und Schwierigkeiten hat, andere Personen kennen zu lernen. Vor allem wenn man als migrantische und nicht-weiße Transfrau in einer Kleinstadt in den neuen Bundesländern lebt.
Mehr will ich dazu nicht schreiben, da es für datenschutzaffine Personen, die nicht in der gleichen Lage sind, wohl weniger nachvollziehbar ist.
Ob ich mich dort anmelde ist mit mir noch nicht fertig ausgehandelt. Denn trotz einiger Möglichkeiten dort, besteht ebenfalls die Gefahr von Anfeindungen und Herabsetzungen. Deshalb, neben dem auch mir wichtigen Datenschutz, hatte ich bisher kein Konto bei Facebook und Instagram.
Willst du „diskutieren“, warum bestimmte Platformen genutzt werden,
oder es zum Vorwurf machen, wenn sie genutzt werden?
Daraus dass Viele etwas nutzen, das man als problematisch empfindet oder problematisch ist,
könnte man folgern, dass Viele problematisch sind,
oder dass es Gründe gibt, etwas zu nutzen.
Andererseits sind Gatekeeper ja verpflichtet Schnittstellen zur Verfügung zu stellen und Zugriff zu ermöglichen. Da würde ich bei Instagram auf jeden Fall wetten dass jemand sich da durchbeisst und was bauen wird, groß genug ist das Ziel ja.
Bei X und Bsky, sehe ich da keine Hoffnung. Aber bei Tiktok und Insta könnte man sich da was erhoffen.
mit Mehrheitsgeselllschaft meinte ich nicht die Personen, die soziale Netzwerke nutzen und dass ich durch die Nutzung dazu gehören will.
Konkret: für bestimmte Personengruppen kann eine digitale Vernetzung mehr zur persönlichen Teilhabe und Bestärkung führen. Und diese findet nun mal auch bei Instagram statt und auf anderen technischen Plattformen weniger.
Nein, darüber sollte nicht diskutiert werden. In einem freien Land muss ein Mensch sich nicht rechtfertigen, weshalb er/sie einen Dienst nutzen möchte oder nicht. Genauso, wie niemand sich dafür rechtfertigen muss, wenn er/sie gerne datensparsam unterwegs sein, mit Bargeld bezahlen oder Fleisch essen möchte.
Nur die moralüberlegenen Umerzieher wollen darüber diskutieren und so gerne ein Sozialkreditsystem einführen.
OK, Du hast gewonnen, ich beteilige mich mehr an der Diskussion. Auch wenn ich das Privileg des „moralüberlegenen Umerzieher“, was für eine Wortschöpfung, nicht für mich in Anspruch nehme.
Eine Diskussion bedeutet nicht Rechtfertigung.
Wenn eine Gesellschaft gemeinschaftlich ein bestimmtes System benutzt, dass evtl. Schäden verursacht (beispielsweise bleierne Wasserleitungen),
kann man darüber diskutieren, ob man die Schäden verhindern kann.
Oder warum man sie als Gesellschaft in Kauf nimmt.
Dem stimme ich zwar zu, aber dennoch muss man das nicht (sondern es verbietet sich), wenn eine Person explizit über die Risiken Bescheid weiß und dennoch „bitte[t] darüber keine Diskus[s]ion zu führen“.