Meine Hoffnung war, dass sich dieser Standard als alternativer Kommunikationsweg, für Personen die nicht Signal nutzen, etabliert. Mit der angekündigten Implementierung von RCS 3.0 in iOS soll E2EE zwischen Android- und Apple-Geräten möglich werden.*
In einer komplexen Welt der Metadaten stellt sich jedoch die Frage, ob den Unternehmen, welche die Infrastruktur für RCS bereitstellen, die anfallenden Daten anvertraut werden sollten.
Gerade den Heise Artikel gelesen. Dieser fokussiert sehr stark auf die Business-to-Customer Kommunikation als interaktive Schnittstelle für Anwendungsentwickler.
RCS-Nachrichten können zum Beispiel ein eingebettetes Produktbild und einen „Jetzt kaufen“-Button enthalten. Kunden müssen nicht mehr mühsam auf Links klicken, die dann andere Apps öffnen – sie können direkt in der Nachrichten-App mit den relevanten Inhalten interagieren.
Ein Blickwinkel der mir so als Nutzer nicht eingefallen wäre. Sozusagen ein Messenger-basierende Anwendungsoberfläche.
Auf der anderen Seite wird ein zentrales Problem von RCS angesprochen.
Ein zentrales Problem, das RCS von Anfang an begleitet, ist die Fragmentierung. Zwar existiert mit dem Universal Profile der GSMA ein einheitlicher Standard, doch dieser liegt in mehreren Versionen vor – und nicht alle Netzbetreiber und Gerätehersteller implementieren immer die aktuellste.
und
Ein weiteres offenes Thema ist die Geschwindigkeit, mit der neue Features tatsächlich bei Endnutzern ankommen. Anders als bei zentralisierten Messenger-Apps hängt die Verfügbarkeit bei RCS von mehreren Akteuren ab – Netzbetreibern, Geräteherstellern und Plattformanbietern. Entsprechend kann es einige Zeit dauern, bis neue Möglichkeiten flächendeckend nutzbar sind.
Ich bin vorsichtig was RCS angeht.
Mir gefällt die zentrale Rolle von Google nicht, die ja anscheinend mit ihrer Jibe-Plattform für Mobilfunkprovider quasi ein zentralisiertes System aus RCS macht und damit einen Großteil der RCS-Kommunikationen vermittelt und damit vermutlich die Meta-Daten der Kommunikationen sammelt.
Auch habe ich persönlich kein wirkliches Interesse an B2C-Dienstleistungen in (m)einem Messenger.
RCS ist für mich immer noch besser als Whatsapp & Co., da es einfach der kleinste Nenner zukünftig ist, den jeder hat, ohne dass man extra irgendetwas Neues installieren bzw. anmelden müsste.
Bin mit RCS jetzt schon mehr als zufrieden im Freundes & Familienkreis, da es 99% der Funktionen hat, die man bei anderen Messangern so nutzt.
Mich könntest Du derzeit beispielsweise nicht über RCS erreichen, weil meine Firma RCS derzeit auf unseren Geraten per MDM abgestellt hat. (Der Grund hierfür ist mir jedoch nicht bekannt, ich würde jedoch offene Datenschutz-Fragen als Ursache vermuten.)
Wenn Google zusätzlich die große Masse an RCS-Vermittlung der Welt betreibt, kann es auch gut sein, dass sich im Lager der Datenschutz-Interessierten die Unterstützung der RCS-Erreichbarkeit eher nicht positiv entwickelt.
Insofern bin ich aktuell noch skeptisch, wie der Verbreitungsgrad effektiv sein wird. Genauso wie ich skeptisch in Hinsicht auf einen einheitlichen Funktionsumfang und ggf. resultierende Inkompatibilitäten bin, wenn diese Einheitlichkeit nicht erreicht wird.
Diensthandy ist ja nochmal eine andere Nummer als Privat. Und für Privat langt mir RCS mit seinen Funktionen. Es gibt für mich nur 2 Punkte, die RCS noch nicht perfekt machen. 1. Google bietet zurzeit die einzige App an, die RCS unter Android bereitstellt und so muss man immer Google Play Service nutzen um RCS nutzen zu können. 2. Apple hängt mit RCS 1-2 Versionen hinter Google zurück, zurzeit sind wir bei RCS Profile 3.0 unter Android angekommen und 3.1 steht auch schon in den Startlöchern.
RCS ist okay, wenn sich Leute Signal verweigern. Es ist technisch okay, allerdings dann auch wieder abhängig von den Leuten. Speziell iOS-Nutzer sind dank Apple teils von den Features abgeschnitten. Bei mir haben bestimmt um die 20 % meiner Kontakte kein RCS, obwohl die meisten aktuelle Smartphones haben. Woran das liegt, kann ich nicht sagen.
Google Messages selbst ist als App “OK”, kann aber nicht wirklich mithalten mit Signal. (Ebenso ist iMessage als App totaler Schrott, wenn man es mit modernen Messengern vergleicht.)
Allerdings! Nicht schön! Vor allem die Situation bezüglich OSS.
So! Ich habe jetzt einmal extra Google Messages (Google Pixel 6a mit GrapheneOS) installiert. Bei mir sind ca. 1/3 der Kontakte per RCS verfügbar. Das finde ich jetzt nicht so viel. Woran es im einzelnen liegt (Gerät, Stock/Custom, Client/App, Netz/Provider), weiß ich nicht. Ich kenne die Infrastruktur mancher meiner Kontakte, aber nicht die der meisten.
Wenn in der Messanger App nicht gleich neben dem Kontakt „RCS“ steht, einfach mal einen Chat aufmachen zu 90% wurden dann bei mir ein RCS gestartet.
@DwainZwerg: Wenn ich ein Gerät kaufe, egal ob iOS oder Android ist überall die Messanger App schon vorhanden, somit muss man sich nicht extra wie bei Whatsapp, Signal, Threema & Co. registrieren und eine App installieren. Es ist einfach SMS 2.0 der RCS Chat.
Tatsächlich! „90%“ bei mir längst nicht, jetzt knapp 1/2 bis 2/3. Aber interessant: Bei Auswahl eines Chats wird bei manchen RCS angezeigt, beim tatsächlichen Initiieren eines Chats noch bei einigen mehr.
Naja, es ist halt die Frage, ob man das wirklich will…?! WhatsApp will ich nicht (ja, ich hatte es testweise mal… — in einem zusätzlichen leeren Profil!), für Threema habe ich keinen Bedarf, aber Signal habe ich explizit installiert und nutze es. Google Messages, wenn vorinstalliert, würde ich i.d.R. mindestens deaktivieren, wenn nicht löschen (wenn möglich…). Jetzt habe ich es testweise extra einmal installiert, weil es mich interessiert hat (Abdeckung, die App selbst, die Einstellungen,…).
Wie gesagt für mich ist RCS die SMS 2.0 also alles für Freunde & Familie was man so schreibt und teilt an Bildern & Videos. Ich würde über RCS jetzt auch keine sensiblen Daten, wie Zugangsdaten mit PW usw. teilen oder kommunizieren, aber für den Rest ist es für mich das neue „Whatsapp“ was jeder hat.
Da gibts dann auch keine ausrede mehr mit anmelden oder installieren, weil zu 99% bei mir, mit denen ich schreibe, keine CustomRom & Co. verwendet wird und diese alle nur Apps aus den offiziellen Stores beziehen.
Wie es dann bei Leuten aussieht die nur (F)(L)OSS & Co. Apps nutzen ist wieder etwas anderes, aber ich sehe bzgl. RCS es eher positiv als negativ. Auch wenn Google zurzeit noch die allein herschafft über die Server & Co. hat.
Das hilft den Leuten, die ein (evtl. sogar Stock-)OS nutzen, in dem ein anderer Messenger vorinstalliert ist, aber herzlich wenig. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, wurde bei der Samsung-App RCS wieder ausimplementiert (es war vorher implementiert). Die ganzen CustomOS und ungegoogelten StockOS haben auf jeden Fall nicht Google Messages, sondern allerhöchstens AOSP Messages installiert. Und damit geht RCS nicht.
Mmh, merkwürdig: Bei ca. 1/2 meiner Kontakte mit RCS Unterstützung (laut Anzeige) wird meine Probenachricht nicht zugestellt. Die Nachricht wird als „versendet“, aber nicht als „zugestellt“ (ich meine nicht Status „gelesen“, sondern tatsächlich „versendet“/„zugestellt“) angezeigt. Haben die derzeit alle keine mobilen Daten? Das kann ich mir irgendwie nicht vorstellen. Bei manchen vielleicht, aber so vielen?
Generelles Potenzial sehe ich ja auch. Aber Alternativen i.A. sowie OSS Unterstützung i.B. würde ich mir schon wünschen.
Außerdem käme es bei den Android Geräten mit Stock (nicht mit Custom) mal auf eine statistische Erhebung an, wie viele davon tatsächlich Google Messages benutzen — oder eben den Client (App) des Herstellers (große Anbieter wie Samsung…).
Muss mal Fundamentalkritik einbringen: es ist etwas untergegangen, dass die deutschen TK-Anbieter inzwischen SMS-Inhalte mitlesen um Spam zu identifizieren, m.E. ein Verstoß gegen das TK-Geheimnis. Warum sollte das bei RCS anders sein? Und wenn Google den Dienst erbringt sowieso.
Das Schlüsselmanagement von RCS hab ich noch nicht vollständig verstanden, scheint aber nicht besser als das von anderen zu sein - nur dass man wohl zwingend eine (feste) Telefonnummer braucht und über die auch identifiziert werden kann. Das spricht in meinen Augen gegen RCS und für Pluralität der Anbieter - damit nicht alles an einer Stelle mitgelesen wird.
Ich mag die diversen Artikel zum Thema falsch verstanden haben, aber IMHO ist Verschlüsselung zwar Teil des gerade verabschiedeten Standards RCS 3.0, aber eben noch nirgendwo implementiert und dazu auch noch optional, d.h. sie muss extra eingeschaltet werden. Klingt eher nach Telegram-Sicherheit, als nach Signal-Sicherheit.
Und um da mal das Thema aufzugreifen: RCS ist damit definitiv noch nicht nicht “gut genug” für Kommunikation.
Einen oberflächlichen Vergleich findest Du auf meinem Blog. Tatsächlich würde ich für wirklich vertrauliches eine verschlüsselte Verbindung auf Telegram einer auf Signal vorziehen.
Technisch ist RCS gut genug zur Kommunikation (wie auch schon Briefe, Telefone, Fax, Mail, SMS, WhatsApp, Signal, Matrix, …)
Ist es besser als andere Protokolle und Produkte?
Kein Konsens hier
Großer Teil der zentralen Infrastruktur wurde bzw. wird von Google betrieben (teils im Auftrag der Telkos)
Datenschutzvorteil zweifelhaft (sarkastisch: statt WhatsApp-Meta halt dann Google…)
Adaption ist unterschiedlich nach Betriebssystemen
Android (Google) früh dabei, hat es gepusht, Funktionen teils über den ursprünglichen Standard hinaus entwickelt bzw. den Standard mit weiter entwickelt
iOS (Apple) hat es erst spät unterstützt, Basisfunktionsumfang am ursprünglichen Standard orientiert
Offene OS: eingeschränkt nutzbar, da entsprechende Apps fehlen bzw. nicht “reinkommen”
Nutzwert aus einem Wechsel von anderen etablierten Messengern und etablierten Gruppen nicht eindeutig und klar
Andere Teile der Welt sind anders unterwegs/aufgestellt –> wie bei allen Mainstream-Messengern gibt es regionale Präferenzen/Unterschiede
Fazit: Technisch in Ordnung, Datenschutz ausbaufähig bzw. auch mit Einschränkungen, Adaption hebt aktuell nicht aufgrund mangelnden Vorteilen
Warum? Signal kann als einer der wenigen Anbieter Post-Quantum-Verschlüsselung. Telegram nicht. Ich denke, dass, wenn ich wirklich sichere Dokumente übermitteln möchte, vorher überprüfe, ob sich die Sicherheitsnummer geändert hat. Andererseits wünsche ich mir, dass es für alle Ewigkeit nicht möglich ist, die Nachricht zu entschlüsseln. Und das bietet nur Post-Quantum-Verschlüsselung. Und damit bleiben nur iMessage, Signal und SimpleX-Chat (weil man da konzeptionell überhaupt keine Sicherheitsnummern haben kann, die sich ändern, die zu präferierende Lösung).
Puh, ich versuche jetzt mal ein wenig hier zu antworten, da ich doch sehe das einige RCS noch nicht richtig verstehen bzw. der Stand der Infos wohl veraltet ist.
Es ist egal, ob man Samsung, Xiaomi, Sony oder ähnliches Gerät mit Android hat, es ist immer die Google Messanger App vorinstalliert und somit ist RCS vorhanden.
Dies stimmt und kann ich so bestätigen da ich Samsung Nutzer bin, aber der Google Messanger App, denn diese ist nun vorinstalliert.
Da habe ich ja extra gesagt, da muss man sehen, wohin sich dies mit RCS entwickelt und ob wirklich andere Zugang zu den APIs von Google erhalten bzw. andere Jibe Carrier dazu kommen werden.
RCS braucht keine Mobilen Daten um verschickt bzw. empfangen zu werden es langt auch Wlan.
Wie ich schon oben geschrieben habe, wird bei 90% der Geräte, die mit Android von Google ausgestattet sind, die Google Messanger App vorinstalliert.
Und was ist daran jetzt schlimmer als z.B. an e-Mails, die dein Betreiber mit Spamfilter auch „lesen“ kann? Dazu kommt einfach das RCS im Profil 3.0 halt E2EE ist und der Provider da nichts sehen kann, da es ja keine „SMS“ im klassischen Sinne ist, sondern nichts anderes als ein Messanger wie Whatsapp, Signal, Telegam & Co. wo der Traffic übers I-Net geht.
RCS 3.0 wurde schon Ende 2022 dokumentiert. Final wurde es Anfang 2025 und ist auf Android aktiv und der Standard ist nicht erst „gerade“ verabschiedet worden, sondern dies ist der neue 3.1 Standard. 3.0 nutze ich selbst schon aktiv und die Verschlüsselung wird automatisch aktiv gesetzt, wenn der Gegenüber bzw. alle in der Gruppe auf diesem Level aktiv sind. Zu erkennen an den schloss neben den 2 haken für gesendet/empfangen und bei gelesen sind diese dann ausgefüllt. Man kann sogar die E2EE überprüfen mit dem gegenüber unter „Details“ des Chats gibt es den abschnitt „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ dort kann man auf überprüfen klicken und wie bei Threema den Zahlencode vergleichen.
Top, sehr gut zusammengefasst.
Grund für mich RCS zu nutzen ist einfach, dass die App in meinem Umfeld mit 90% an Android Geräten, die nicht älter als 2 Jahre sind halt vorhanden ist und ich so jeden erreiche, ohne dass man sich auf App XY einigen bzw. überreden muss. Ich nenne es immer kurz und knapp SMS 2.0, weil es sich für mich wie ende 90er anfang 2000er anfühlt.
Weil mir Telegram bei einer verschlüsselten Kommunikation keinen anderen Partner unterjubeln kann. Bei Signal muss ich damit rechnen und ggfs. neu verifizieren. Das ist in meinen Augen fehleranfälliger.
Ob jemand jetzt schon alle Kommunikation archiviert um sie später zu lesen halte ich für spekulativ. Dafür gibt es bestimmt Opfer, aber nicht den Durchschnittsverbraucher.